Samstag, 10. März 2012

Geh auf Gottes Wegen . Gedanken zum 3. Fastensonntag


Heute, am 3. Fastensonntag, sind wir an einem Zeitpunkt angekommen, wo sich erste Ermüdungserscheinungen bezüglich des Fastens einstellen könnten. Denn oft ist es so, dass das Beginnen uns im Allgemeinen leicht fällt, doch wenn es ums Durchhalten geht, schleicht sich die Müdigkeit, der sogenannte Mittagsdämon, ein.

Gott lädt uns in dieser Fastenzeit ein, alte, eingefahrene Gleise zu verlassen. Er lädt uns ein Wege zu verlassen die nicht gut für uns sind um mit ihm seinen Weg zu gehen und vor allem auf diesem Weg zu bleiben. Dieser Weg Gottes hat so etwas wie Leitplanken, die uns davon abhalten wollen, in Abgründe zu geraten. Es sind die sogenannten zehn Worte, besser bekannt unter dem Namen, die zehn Gebote. Diese zehn Worte sind eine Einladung an uns. Wir sollen sie uns zu Herzen nehmen um so sicher an das Ziel unseres Lebens zu gelangen: In jenen Tagen sprach Gott auf dem Berg Sinai alle diese Worte:

Ich bin Jahwe,
dein Gott, der dich aus Ägypten geführt hat,
aus dem Sklavenhaus.

  • Du sollst neben mir keine andern Götter haben.
  • Du sollst den Namen des Herrn, deines Gottes, nicht missbrauchen;
  • denn der Herr lässt den nicht ungestraft, der seinen Namen missbraucht.
  • Gedenke des Sabbats: Halte ihn heilig!
  • Ehre deinen Vater und deine Mutter, damit du lange lebst in dem Land, das der Herr, dein Gott, dir gibt.
  • Du sollst nicht morden. Du sollst nicht die Ehe brechen.
  • Du sollst nicht stehlen. Du sollst nicht falsch gegen deinen Nächsten aussagen.
  • Du sollst nicht nach dem Haus deines Nächsten verlangen.
  • Du sollst nicht nach der Frau deines Nächsten verlangen, nach seinem Sklaven oder seiner Sklavin, seinem Rind oder seinem Esel oder nach irgendetwas, das deinem Nächsten gehört (Exodus 20,1‑3.7‑8.12‑17).

Fast jede zweite Ehe wird geschieden; Kinder werden missbraucht; Kinder werden misshandelt, weil die Eltern überfordert sind und die Nerven verlieren. Häuser werden in Brand gesteckt weil Ausländer darin wohnen. Eigentumsdelikte nehmen zu. Nichts scheint mehr sicher vor dem Zugriff dunkler Gestalten. So könnten wir in der Aufzählung weitermachen.

Viele Menschen rufen nun nach neuen Werten und nach klaren Maßstäben. Doch woher sollen wir sie nehmen? Dabei kennen die meisten von uns noch die zehn Gebote. Dem Wortlaut nach sind die Zehn Gebote auch noch im Allgemeinen bekannt. Warum halten sich die Menschen nicht daran?

Zunächst: Unsere jetzige Gesellschaft tut sich schwer mit der Einhaltung von Regeln. Zum einen sind wir vielfach verwöhnt. Wir leben in einer sehr freien Gesellschaft. Frei in dem Sinne, dass jeder in etwa lebt wie er / sie will. Früher gab es mehr soziale Kontrolle im Dorf. Heute versucht jeder nach seiner Facon selig zu werden. Das heißt aber auch: wir sind an Regeln nicht mehr so gewohnt, wir sind verwöhnt in dieser Beziehung. Und verwöhnte Kinder brauchen vieles nicht zu tun. Verwöhnte tun, was sie wollen und was ihnen gerade gefällt und schmeckt. Sie lehnen klare Vorgaben ab. Sie sagen: Ich weiß selber was ich zu tun habe. Ich lasse mir nichts vorschreiben. Von der Kirche schon gar nicht!
 
Das ist ein Grund warum wir verstärkt Missstände in der Gesellschaft vorfinden. Unsere Missstände können aber auch daher kommen, weil die Zehn Gebote nicht richtig verstanden werden. Sie sind abgefasst in der Befehlsform „Du sollst nicht“. Dann haben wir den Eindruck, dass diese Gebote eine Last sind, uns einengen, uns die Freiheit nehmen. Da sind wir besonders empfindlich! Wer unsere Freiheit antastet, der hat es mit uns verdorben.

Gott liegt aber nichts mehr am Herzen als unsere Freiheit. Darum gab er Israel und uns die Gebote. Er gab sie ihnen und uns, damit es uns gut geht, damit wir nicht zu Sklaven von anderen Menschen oder zu Sklaven unserer eigenen Neigungen und Wünsche werden.

Mit den zehn Worten sind keineswegs Rezepte für alles und jedes vorgegeben.
Sie sind so etwas wie Leitplanken. Sie sind Wegweiser im Alltag. Sie nehmen mir nicht die Freiheit, sondern erinnern an meine von Gott geschenkte Freiheit. Sie sind keine Kommandos, keine Befehle, keine Verbote, sondern Gott hat sie uns gegeben, damit das Leben und Zusammenleben spannender, aufmerksamer und menschenfreundlicher wird.

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