Mittwoch, 7. März 2012

Heute, wo ihr meine Stimme hört – Wort Gottes für den Tag, 8. März 2012


Das Gleichnis vom reichen Mann und dem armen Lazarus steht heute im Blickpunkt der biblischen Lesungen. Beide werden uns gegenübergestellt: Während der Reiche sich in feines Linnen kleidet ist Lazarus’ Leib voller Geschwüre, während der Reiche sich satt essen kann liegt Lazarus vor der Tür des Reichen und hungert.

Beide sterben. Lazarus wird von den Engeln in den Schoß Abrahams getragen, während der Reiche ‚in der Unterwelt’ Platz findet. Er leidet dort große Qualen und sieht zudem Lazarus, dem es gut geht. Er bittet Abraham, Lazarus zu ihm zu schicken und „wenigstens die Spitze seines Fingers in Wasser zu tauchen“ um seine Qualen die er erleidet, ein wenig zu mildern.

Abraham lehnt ab mit dem Hinweis, dass er zu Lebzeiten schon viel Gutes erfahren habe, Lazarus dagegen nur Schlechtes. Daraufhin bittet der Reiche, dass Abraham den Lazarus in das Haus des Reichen schicke, zu seinen fünf Brüdern, damit er sie warne. Abraham lehnt dieses Ansinnen des Reichen aber ab mit dem Hinweis, dass sie ja die Mose und die Propheten haben. Auf diese sollen sie hören ... (Lies: Lukasevangelium 16,19-31)



FÜR UNS MENSCHEN ist die Lebensspanne zwischen Geburt und Tod der Zeitraum, in dem wir den Anruf Gottes hören und uns entscheiden müssen. Dieser Zeitraum ist die begrenzte Frist, innerhalb deren alles passieren muss, worauf es ankommt. Er ist die begrenzte Frist, in der wir – wie die fünf Brüder des Gleichnisses – an der Wegekreuzung stehen und wo wir alles gewinnen und alles verlieren können. Wir haben nicht die Verheißung, dass diese Frist verlängert werden könne und dass wir sie darum vertrödeln dürften, dass es also noch so etwas wie Nachholkurse im Jenseits gäbe.

Der reiche Mann hat gewusst, was er tat, als er aus der Hölle heraus Abraham anflehte, seinen fünf Brüdern zu sagen: „Eure Uhr läuft ab.“ Es gibt keinen anderen Weg zu Gott, als dass wir seinen Ruf ernst nehmen: „Heute, wo ihr meine Stimme hört, verstockt eure Herzen nicht.“ (Helmut Thielicke)

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