Montag, 30. April 2012

Willkommen im Monat Mai

 Wir sind im Monat Mai. Der Mai wird zu Recht von vielen als der schönste Monat im Jahr bezeichnet. ‘Wonnemonat‘ nennt man diesen Monat auch. Er ist der Monat der Liebe und der Blüten. Die Natur explodiert geradezu vor Blütenfülle. Nach Monaten langer Nächte und kurzer Tage freuen die Menschen sich auf den Frühling. Der Winter hat sich nun endgültig verabschiedet. Die Natur ist zu neuem Leben erwacht.

Kaum ein Monat im Jahr ist so gefüllt mit kirchlichen Bräuchen und Festen wie der Monat Mai. Es lohnt sich sie einmal der Reihe nach zu betrachten und ihre Bedeutung zu ergründen.

Der Monat beginnt festlich. Die Nacht zum ersten Mai ist vor allem in der Eifel gekennzeichnet durch den Brauch, dass die jungen Burschen ihrer Geliebten einen Maibaum aufrichten und das Lied von der ‘Maienacht‘ singen.

Maifeiertag
Der Tag selber ist ein Feiertag für alle. Wir feiern den Tag der Arbeit, indem wir, zumindest die meisten von uns, nicht arbeiten. Wir besinnen uns darauf, wie wichtig es ist eine Arbeit zu haben um dadurch ein geregeltes Einkommen zu haben und somit unseren Lebensunterhalt zu sichern. Dieser Tag kann uns sensibel machen für die Nöte der Menschen, die um ihren Arbeitsplatz bangen. Denn es ist nicht mehr selbstverständlich, dass wir Arbeit haben. Auch das Klima am Arbeitsplatz ist rauher geworden. Stress, Leistungs- und Konkurrenzbanken unter Arbeitnehmern vermiesen so manchem seine Arbeitsstelle.

Die Kirche erinnert an diesem Tag an den Hl. Josef, den Schutzpatron der Arbeiter. Durch den hl. Josef hat Jesus selber die Welt der Arbeit kennen gelernt. Neben dem hl. Josef wird aber auch die Gottesmutter Maria im Monat Mai verehrt. Maiandachten und Rosenkranzgebet werden in diesem Monat besonders gepflegt während Kinder einen Maialtar zu Hause errichten, den sie täglich mit frischen Feldblumen schmücken. Die Maiandachten bieten die Gelegenheit, Gestalt und Sendung Marias in ihrer ganzen Fülle, in ihrer Bezogenheit auf Christus und in ihrer Bedeutung für uns Menschen meditativ und betend zu erschließen.


Muttertag
Die Mütter stehen am 2. Sonntag im Mai im Mittelpunkt, denn dann feiern wir Muttertag. Obwohl das kein kirchliches Fest ist, ist es doch eine sympathische Angelegenheit. Allen Müttern, auch den Großmüttern und Schwiegermüttern, den Pflegemüttern und Stiefmüttern sei an diesem Tag Gruß und Glückwunsch ausgesprochen für ihren Einsatz in der Familie, den sie ohne viel Aufhebens während des ganzen Jahres leisten. Muttertag will aber mehr sein als eine Feier für Frauen, die uns ganzjährig mit Essen und frischer Wäsche versorgen. Muttertag will uns erinnern an alle mütterlichen Menschen, weil sie uns etwas von der Liebe Gottes vorleben.

Flur- und Wetterprozessionen
Der Monat Mai ist traditionell der Monat der Bittprozessionen. An den drei Tagen vor Christi Himmelfahrt ziehen die Menschen betend und singend durch die Fluren, um für günstige Witterung und gutes Wachstum der Feldfrüchte zu beten, sowie den Segen Gottes für ihre Arbeit zu erbitten und für den Erhalt des Friedens zu beten. Zwar sind sie nicht mehr überall anzutreffen, aber vielerorts gibt es sie noch, diese Bittprozessionen. Ihr Ursprung dürfte wohl darin zu suchen sein, dass Menschen sich angewiesen wussten auf den Segen Gottes, der für die Menschen sorgt so, wie er für die Blumen des Feldes und für die Vögel am Himmel sorgt. Dieses Bewusstsein, des Angewiesen-Seins auf Gott ist dem modernen Menschen unseres Industriezeitalters aber leider vielfach verloren gegangen.

Christi-Himmelfahrt und Pfingsten
Vierzig Tage nach Ostern feiern wir Christen die Erhöhung des auferweckten Christus im Fest Christi Himmelfahrt. Der Sohn Gottes ist heimgekehrt in die Herrlichkeit des Vaters und sitzt nun zu seiner Rechten. Die Himmelfahrt Jesu betrifft aber nicht nur Christus, sondern auch uns, die wir alle einmal hoffen bei Gott im Himmel zu sein.

10 Tage später feiern wir das Pfingstfest. Wir erinnern uns an ein Geschehen, das sich vor
2000 Jahren in Jerusalem ereignet hat: Die Jünger Jesu sitzen beisammen und warteten betend auf den versprochenen hl. Geist. Die Mutter Jesu, Maria, war auch bei ihnen. Ohne Jesus hatten sie Angst vor der religiösen Obrigkeit und verschlossen die Türen, wenn sie sich versammelten. Bis dann, an jenem Tag, es war jüdisches Pfingstfest, viele Pilger waren in Jerusalem, da kam vom Himmel her plötzlich ein lautes Brausen, wie ein heftiger Sturm und erschütterte das ganze Haus in dem sie waren. Und Feuerflammen ließen sich auf einen jeden von ihnen nieder. Da spürten sie plötzlich eine Veränderung an sich. Die Angst war wie weggeflogen. Sie öffneten die Türen und traten nach draußen und bekannten sich zu Jesus, den sie als Messias und Retter verkündigten. Aus ängstlichen Menschen waren tapfere und begeisterte Verkünder der frohen Botschaft von Jesus geworden. Dieser Tag ist der eigentliche Geburtstag der Kirche. Denn von dem Tag an zogen die Jünger Jesui hinaus in die Welt und gründeten kleine Christengemeinden. Auf diese Weise ist der Glaube auch zu uns gekommen.


Gottesdienstzeiten für den Monat Mai
im
Pfarrverband Reuland


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