Mittwoch, 4. April 2012

Ich habe euch ein Beispiel gegeben ... (Joh 13,15)


Heute Abend versammeln sich weltweit Christen, um das Gedächtnis an das Letzte Mahl Jesu und seiner Jünger am Abend vor seinem Tod zu feiern. Die Freunde Jesu wussten damals in Jerusalem noch nicht, dass ihr Herr am nächsten Tag am Kreuz sterben würde und dass es das letzte gemeinsame Mahl mit Jesus war. Im Evangelium – nach Johannes – hören wir nicht von der Einsetzung der Eucharistie, sondern davon, dass Jesus seinen Jüngern die Füße wäscht. Die Verwunderung über die Fußwaschung ist verständlich. Ein Gastgeber, der seinen Gästen die Füße wäscht! Das ist doch allerhand! Vornehme Leute würden das ihre Dienstboten machen lassen. Wenn überhaupt ... Aber Jesus ist scheinbar nicht so vornehm. 

Er scheut sich nicht, den Jüngern zu zeigen, worauf es ankommt: Nämlich anderen in Liebe zu dienen, sogar - wenn man sich dafür klein machen muss. Nicht viel später macht er sich am Kreuz klein für die Fehler der Menschen. Erst von der Erfahrung des Karfreitags her haben die Jünger die Fußwaschung in etwa begriffen.

Sichtbares Zeichen für die liebende Hingabe Jesu am Kreuz wurden Brot und Wein. In der Lesung (1 Kor 11,23-26) hören wir die Einsetzungsworte: "Das ist mein Leib" und "Das ist mein Blut".

Lassen wir uns heute Abend durch das Evangelium von der Fußwaschung zu Taten der Mitmenschlichkeit bewegen. Machen wir uns heute neu bewusst welch großes Geschenk wir in jeder Eucharistiefeier empfangen, wenn wir die Hände öffnen und der Priester uns den Leib Christi reicht und begleiten wir am Ende dieses Gottesdienstes dann Jesus in Gedanken auf den Ölberg ...

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