Sonntag, 29. April 2012

In Antiochia nannte man die Jünger zum ersten Mal Christen



Bei der Verfolgung, die wegen Stephanus entstanden war, kamen die Versprengten bis nach Phönizien, Zypern und Antiochia; doch verkündeten sie das Wort nur den Juden. Einige aber von ihnen, die aus Zypern und Zyrene stammten, verkündeten, als sie nach Antiochia kamen, auch den Griechen das Evangelium von Jesus, dem Herrn. Die Hand des Herrn war mit ihnen und viele wurden gläubig und bekehrten sich zum Herrn.

Die Nachricht davon kam der Gemeinde von Jerusalem zu Ohren und sie schickten Barnabas nach Antiochia. Als er ankam und die Gnade Gottes sah, freute er sich und ermahnte alle, dem Herrn treu zu bleiben, wie sie es sich vorgenommen hatten. Denn er war ein trefflicher Mann, erfüllt vom Heiligen Geist und von Glauben. So wurde für den Herrn eine beträchtliche Zahl hinzugewonnen. Barnabas aber zog nach Tarsus, um Saulus aufzusuchen.  Er fand ihn und nahm ihn nach Antiochia mit. Dort wirkten sie miteinander ein volles Jahr in der Gemeinde und unterrichteten eine große Zahl von Menschen. In Antiochia nannte man die Jünger zum ersten Mal Christen (Apg 11,19-26).




Das Christentum verlässt die Grenzen Palästinas und beginnt, auch in den großen Städten langsam Fuß zu fassen. Antiochia war schließlich die drittgrößte Stadt des römischen Reiches (ca. 500.000 Einwohner). Dorthin waren die Christen in der Verfolgung geflüchtet. In dieser  ‚Weltmetropole’ verkündeten die Christen das Evangelium von Jesus Christus.

Die Botschaft des Evangeliums richtet sich aber an alle Menschen, ob Juden oder Heiden. Niemand wird ausgegrenzt. Die Apostelgeschichte berichtet uns, dass dies unter den Anhängern umstritten ist. Was für Jesus selbstverständlich war, die Frohe Botschaft allen Menschen zu verkünden, ist für die, die seinen Namen tragen, anfänglich noch gewöhnungsbedürftig. Auch Paulus hat mit diesen Widerständen zu kämpfen. Aber gerade ohne ihn wäre das Christentum wohl nie zu dem geworden, was es ist: Eine Weltreligion mit der Heilszusage Gottes an alle Menschen.

Eine eher belanglos klingende Begebenheit wird uns heute in der Apostelgeschichte erzählt. Was da so am Rande vermerkt wird ist aber alles andere als eine Nebensache: „In Antiochia nannte man die Jünger zum ersten Mal Christen“ (Apg 11,26) Nicht die Christen selber haben also diesen Namen erfunden, sondern andere, die voll Bewunderung auf sie schauten. Gilt das heute auch für uns? Leben wir so, dass andere uns als Christen bezeichnen können? An was erkennen die Anderen, dass ich ein Christ bin?

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