Donnerstag, 5. April 2012

Karfreitag


Es ist zu Ende.
Was einst in einem Stall begann, endet nun am Holz des Kreuzes. Der Tod war von Anfang dieses Lebens an dabei: damals Herodes, heute Pilatus.
Zu Ende auch der Traum von einem Himmel auf Erden. Zerbrochen an der harten Wirklichkeit eines Todesurteils.
Die Hochzeit – zu Ende. Keine Krüge mit Wein mehr,
nur noch Blut, Schweiß und Tränen, ein Schwamm voll Essig.

Es ist aus.
Von der sechsten bis zur neunten Stunde: Finsternis.
Das Licht der Welt? Die Welt hat es nicht ergriffen.
Der Freund, der mit ihm sterben wollte? Er hat sich aus dem Staub gemacht, in den der Fels seines Glaubens zerbröselte.
Keine Stimmen mehr vom Himmel: „Mein Sohn bist du!“
Nur noch ein Schrei: „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?!“
Der ohne Schuld war – wurde doch auf’s Kreuz gelegt.
Der als einziger einen Stein hätte werfen dürfen – er wurde verworfen.

Mitten am Tag.
In der Mitte seines Lebens.
Mitten in seinem Leben der Tod.
Mitten im Tod das Leben – Geheimnis des Glaubens:
Die Zukunft liegt in Gottes Hand.
Es ist vollbracht.

(Guido Fuchs)

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