Donnerstag, 12. April 2012

„Und führe zusammen, was getrennt ist“.


An diesem Freitag beginnt in Trier die erste Heilig-Rock-Wallfahrt dieses Jahrtausends. 117.000 Pilger, darunter 270 Fußpilgergruppen und 120 Fahrrad-Gruppen haben sich bereits angemeldet. Ausländische Besucher werden unter anderem aus Brasilien, Korea, Vietnam, Bolivien, den Philippinen oder Georgien kommen. Bischof Stefan Ackermann freut sich vor allem über das große Engagement von Ehrenamtlichen in den kommenden Wallfahrtswochen. Und er kündigt an: „Wir machen keine Reliquienschau, wir beten kein antikes Tuch an, sondern wir nehmen das als Hinweis darauf, dass Christus im Mittelpunkt steht.“


Mit diesem Ansatz hat Bischof Ackermann – und das ist eine Premiere – auch die
evangelische Kirche in Deutschland, kurz EKD, für eine Beteiligung an der Wallfahrt gewonnen. Schon in der Alten Kirche galt der Leibrock Jesu, der nach Evangeliendarstellung aus einem Stück war, als Symbol für die eine, ungeteilte Kirche. Der „Tag der Ökumene“ am 5. Mai wird wohl ein Höhepunkt der Heilig-Rock-Tage. Nikolaus Schneider, der Ratsvorsitzende der EKD, sagt: „Jenseits all unserer theologischen Differenzen müssen wir doch auch unsere Gemeinsamkeiten spüren und erleben – und das geht durch gemeinsames Pilgern, gemeinsames Singen, gemeinsames Beten. Es ist ein wunderbares ökumenisches Miteinander!“

Er persönlich hätte sich mehr „inneren Freiraum“ zur Vorbereitung auf die Wallfahrt gewünscht, räumte Bischof Ackermann ein. Die letzten Wochen seien eben sehr von den Diskussionen über den Umgang der katholischen Kirche mit der Thematik der sexualisierten Gewalt geprägt gewesen. Er hoffe, dass dieses Thema die Wallfahrt nicht überschatten werde. Allerdings werde das Thema auch während der Wallfahrt nicht verschwiegen werden, vielmehr werde es über die Fürbitten Eingang in die Gottesdienste finden.
(rv 12.04.2012 sk)

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