Dienstag, 10. April 2012

Jesus im Alltag finden


Wir haben Ostern gefeiert, die Auferstehung Jesu. Der Werktag hat uns wieder. Die Frage ist, ob die Auferstehung Jesu etwas mit unserem Leben im Alltag zu tun hat. Auffällig ist, dass Jesus nach seiner Auferstehung die Welt nicht verlässt. Er geht nach Galiläa. „Dort werden sie mich sehen“ (Mt 28,10), sagt er. Jesus geht dorthin, wo er die meiste Zeit seines Lebens verbracht hat. Er kehrt in den Alltag zurück, in seinen und den der Jünger.

In Galiläa, wo viele arme und verachtete Leute leben und die graue Wirklichkeit des Alltags herrscht, offenbart er sich den Jüngern. Auch wenn Jesus nach der Auferstehung in einer neuen Wirklichkeit lebt, sieht er doch nicht von unserem Alltagsleben ab, im Gegenteil: Jesus lebt mitten unter uns Menschen als Heiland der Welt. Er hat den Jüngern gesagt „Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt“ (Mt 28,20).

Mit den Jüngern sind auch wir aufgefordert, in unser „Galiläa“ zu gehen, in unseren Alltag, um dort Jesus zu finden und uns mit ihm den Armen und Verlassenen, den Trauernden, den Kranken, den Wohnungslosen zu zuwenden. Ostern entfernt uns nicht von den Menschen in Not, sondern führt uns zu ihnen. Auferstehung ist hier und heute.  



Osterwoche: Zeit zum Ausruhen,  zum Meditieren

Ostern ist Zeit, sich zurückzuziehen, die Familie zu besuchen oder Ausflüge in die Natur zu machen. Darüber hinaus ist die Osterwoche aber auch privilegierte Zeit, die Auferstehung zu meditieren. Darauf wies Papst Benedikt XVI. bei seiner Ansprache zum Regina Coeli an diesem Ostermontag hin. Papst Benedikt lud dazu ein, die Osterwoche vor allem dazu zu nutzen, sich der Auferstehung geistlich zu nähern.

„Deswegen ist es in diesen Tagen wichtig, die Berichte der Auferstehung Christi zu lesen, die wir in den vier Evangelien finden. Es handelt sich um Berichte, die in verschiedener Weise die Begegnungen der Jünger mit dem Auferstandenen berichten. Sie erlauben uns so, diesen wunderbaren Augenblick zu meditieren, der die Geschichte verändert hat und der Existenz eines jeden Menschen Sinn gibt.“

Dabei wies der Papst auf die Natur der Berichte hin, sie schilderten nicht die Auferstehung selber. Diese bleibe ein Geheimnis, nicht im Sinn des weniger Realen, aber im Sinn des Verborgenen; jenseits unseres Wissens und Erkennens. Der Papst wies auf ein Element hin, das sich durch alle Berichte der Begegnungen ziehe:

„In allen Evangelien nehmen die Frauen einen großen Raum in den Erzählungen der Erscheinungen des Auferstandenen ein, wie auch schon in denen zum Leiden und Tod Jesu. In jener Zeit hatte in Israel das Zeugnis von Frauen keinen offiziellen oder juristischen Wert, aber die Frauen hatten die Erfahrung einer besonderen Verbindung mit dem Herrn, die grundlegend für das konkrete Leben der christlichen Gemeinschaft ist, und zwar immer, in jeder Epoche, nicht nur zu Beginn des Weges der Kirche.“

Nach der Reise nach Mexiko und Kuba und den anschließenden Feiern der Kar- und Ostertage hatte sich der Papst am Sonntag nach Castelgandolfo zurück gezogen, wo er die Osterwoche verbringen wird. Im Innenhof der Sommerresidenz empfing er Pilger und Besucher zum gemeinsamen Gebet. Danach grüßte und segnete er die einzelnen angereisten Gruppen.

„Die Botschaft von Ostern heißt Hoffnung: Jesus lebt. Er hat die Macht der Sünde und des Todes gebrochen. Der Auferstandene nimmt auch uns hinein in seinen Ostersieg. In der Begegnung mit ihm im Wort und im Sakrament schenkt er uns neues Leben. Euch allen wünsche ich eine gute Osterwoche.“ (rv 09.04.20121 ord)


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