Dienstag, 29. Mai 2012

Wort Gottes für den Tag, Mittwoch, 30. Mai 2012


Vom Herrschen und vom Dienen

Jakobus und Johannes, die Söhne des Zebedäus, traten zu Jesus  und sagten: Meister, wir möchten, dass du uns eine Bitte erfüllst. Er antwortete: Was soll ich für euch tun? Sie sagten zu ihm: Lass in deinem Reich einen von uns rechts und den andern links neben dir sitzen. Jesus erwiderte: Ihr wisst nicht, um was ihr bittet. Könnt ihr den Kelch trinken, den ich trinke, oder die Taufe auf euch nehmen, mit der ich getauft werde? Sie antworteten: Wir können es. Da sagte Jesus zu ihnen: Ihr werdet den Kelch trinken, den ich trinke, und die Taufe empfangen, mit der ich getauft werde. Doch den Platz zu meiner Rechten und zu meiner Linken habe nicht ich zu vergeben; dort werden die sitzen, für die diese Plätze bestimmt sind. 

Als die zehn anderen Jünger das hörten, wurden sie sehr ärgerlich über Jakobus und Johannes. Da rief Jesus sie zu sich und sagte: Ihr wisst, dass die, die als Herrscher gelten, ihre Völker unterdrücken und die Mächtigen ihre Macht über die Menschen missbrauchen. Bei euch aber soll es nicht so sein, sondern wer bei euch groß sein will, der soll euer Diener sein, und wer bei euch der Erste sein will, soll der Sklave aller sein. Denn auch der Menschensohn ist nicht gekommen, um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen und sein Leben hinzugeben als Lösegeld für viele (Mk 10,32-45).

Menschliche Beziehungen sind durchzogen von offenem und geheimem Machtstreben. Wie anders ist da das Reich Gottes aufgebaut. Dort gelten ganz andere Regeln. Jesus sagt klar und deutlich: Der Menschensohn ist nicht gekommen, um sich bedienen zu lassen.

Er hat uns gedient, uns zu seinen Freunden erwählt. Wer nun in seiner Nachfolge stehen will begibt sich auf den Weg einer Karriere die nicht nach oben, sondern nach unten führt.
Im Reich Gottes kann sich keiner eine Ehrenstellung erarbeiten oder gar verdienen. Jesus erteilt eine Absage an jedes Anspruchsdenken, eine Absage an den Wunsch, durch unsere kirchliche Mitarbeit einen besonderen Ehrenplatz vor Gott und den Menschen zu gewinnen. Die „Regierungsform“ unter Christen ist gegenseitiges Dienen. Die Liebe Gottes wird gerade da machtvoll, wo der Mensch sich in absichtsloser Liebe dem anderen Menschen zuwendet.

Der Ruf zu einem Leben in der Nachfolge Jesu bedeutet, sich klein zu machen, einander zu dienen, ja, wie der Apostel Petrus es in der Lesung sagt: einander zu lieben (1 Petr 1,18-25). Es klingt einfach und ist doch so schwer, weil oft genug das menschliche Herz mehr seinen eigenen Willen durchsetzen will als den Willen Gottes zu tun.

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