Freitag, 29. Juni 2012

Der Heu- oder Honigmond beginnt




Der Juli ist der siebte Monat des Jahres im Gregorianischen Kalender. Er hat 31 Tage und ist nach dem römischen Staatsmann Julius Caesar benannt, auf den die Kalenderreform des Jahres 46 v. Chr. zurückgeht. Der Juli ist für viele Menschen der  Urlaubsmonat. Es ist Ferienzeit. Erwachsene Menschen nutzen die Urlaubszeit auf verschiedene Weise. Viele fahren in Urlaub ans Meer, oder in die Berge oder weit weg in ein fernes Land, andere bleiben zu Hause und verbringen die Ferien in Balkonien. Für die Kinder sind die Ferien eine Zeit zum Spielen mit Freunden. Wir haben früher in den Ferien oft Schatzsuche gespielt. Dabei ging es darum, im Boden vergrabene Steine zu suchen, die wir vorher mit Gold- und Silberbronze angemalt hatten.

Es ist übrigens ein uralter Traum der Menschen auf Schatzsuche zu gehen und
ungeahnte Reichtümer zu entdecken. Dieser Gedanke hat sicher nicht nur für Kinder seinen Reiz. Jesus greift diese Sehnsucht der Menschen im Evangelium vom Schatz im Acker und von der kostbaren Perle auf (Mt 13,44). Dabei deutet Jesus an: Das größte Glück besteht darin Gott zu finden, an ihn zu glauben, für sein Reich zu wirke.

Im Juli gibt es in der Kirche wiederum einiges zu feiern. Hier ein kurzer (unvollständiger) Überblick:

Mariä Heimsuchung – 2. Juli

Am 2. Juli, am Fest Mariä Heimsuchung gedenken wir der Episode, die in Lk 1,39 im Anschluss an die Verkündigungsszene erzählt wird: Maria macht sich auf den Weg, um ihre Verwandte Elisabet zu besuchen (daher „Heimsuchung“) und die Freude mit ihr zu teilen. Elisabet, selbst im sechsten Monat schwanger, grüßt sie mit den Worten: „Wer bin ich, dass die Mutter meines Herrn zu mir kommt? Gesegnet bist du unter den Frauen, und gesegnet ist die Frucht deines Leibes.“ Maria antwortet mit ihrem berühmten Loblied, dem Magnificat. Maria ist, so würden wir heute sagen, ungeplant schwanger. Sie hatte es sicherlich nicht leicht: jung, schwanger, ohne die Sicherheit einer Ehe und eines geregelten Lebens.

Dennoch erzählt das Lukasevangelium, wie sie dem Plan Gottes zustimmt und ihr Einvernehmen in dem Satz "Es geschehe nach deinem Wort" spricht. Der Engel Gottes hatte diese junge Frau mit einer ungeheuren Nachricht konfrontiert: Sie solle einen Sohn gebären, ihm den Namen Jesus geben und Gott der Herr werde ihm den Thron seines Vaters David geben.

Wir wissen nicht, wie es ihr gegangen ist, als der Engel wieder weg war. Vielleicht hat sie begonnen zu zweifeln? Die Bibel schreibt nichts darüber, aber wir können uns gut vorstellen, dass all das Maria durchaus zu schaffen machte und sie unter dem Unverständnis ihrer Umwelt litt. In dieser Situation macht sie sich auf und sucht Unterstützung und moralischen Beistand bei ihrer Cousine, die auch mit dem unerwarteten Eingreifen Gottes in ihr Leben umgehen muss. Denn auch Elisabeth ist schwanger, obwohl sie schon so alt ist.


Benedikt von Nursia - Der ‚Gesegnete‘   -  11. Juli

 

Es gibt wohl nur wenige Menschen, welche die Geschichte Europas, ja der Menschheit so geprägt haben wie der heilige Ordensgründer Benedikt von Nursia. Seine Ordensfamilie hat Großes für die Christianisierung Europas, für Kunst und Kultur in unserer Heimat geleistet und tut dies in vielen Klöstern weltweit noch immer. Im Jahre 547 ist er in Montecassino, im heutigen Mittelitalien verstorben. Arbeit und Fleiß prägten und prägen das Leben der Benediktinerinnen und Benediktiner. Genauso wichtig aber ist für sie das Gebet. „Dem Gottesdienst ist nichts vorzuziehen“, ermahnte Benedikt die Seinen.

Benediktinerkloster Maria Laach

Ora et labora
Seit ihr Ordensgründer sie aufgeschrieben hat, leben die Benediktiner / Innen danach: Nach den Ordensregeln des heiligen Benedikt. Die bekannteste lautet „Ora et Labora“ (lateinisch: Bete und arbeite !) Sie ist auch heute noch aktuell. Diese Regel erhellt, wie spirituelles Leben und handwerklich professionelles Leben einander befruchten und auch für den Menschen von heute eine tiefe Quelle sind, um Kraft für den Alltag zu schöpfen.



Unsere Liebe Frau vom Berge Karmel – 16. Juli

Von Freitag, 13. Bis Sonntag 15. Juli werden auf Einladung der Bütgenbacher Kongregation der Franziskanerinnen von der hl. Familie wieder mehrere hundert Gläubige das Hochfest des Ordens der Karmeliten, das volkstümlich auch Skapulierfest genannt wird, feiern, das nach dem Kalender am 16. Juli stattfindet.

Dabei drücken die Christen den Schwestern ihren Dank aus, den ehemaligen Karmel vor 24 Jahren von den Karmelitinnen übernommen zu haben und ihn seitdem als ein „Geistliches Zentrum“ mit vielfältigen Aufgaben zu unterhalten.

Mir ist die Ehre zugefallen das Fest in diesem Jahr zu gestalten. Ich habe es unter den Leitgedanken gestellt: „Selig, die geglaubt hat“. An Maria können die Gläubigen die Haltungen ablesen, die zum Wesentlichen des Christlichen gehören und dem Glauben ein Gesicht geben.  Am Freitagabend möchte ich die Muttergottes als die offene, auf Empfang eingestellte Frau darstellen.  Maria ist aber auch die Stille, die hört, nachdenkt und im Herzen bewahrt. Außerdem ist Maria die Fragende, die sich von Gott beeindrucken lässt und dient. An ihr als erstem Menschen erfüllt sich: Wer das Leben zu verlieren scheint, der wird es gewinnen.

Ich werde ebenfalls der Frage nachgehen, dass Maria „mit Gott schwanger geht.“ Sie freut sich über das werdende Leben und möchte diese Freude mit jemand teilen. Sie ahnt aber auch, dass Gott einen Menschen nicht erwählt, damit er ein bequemes Leben zu seinem eigenen Vergnügen führt, sondern um einer großen Aufgabe willen. Sie stimmt ein in den großen Lobgesang, das Magnificat.  Dieses Gebet hat bis heute seine Gültigkeit im Beten der Christen bewahrt. Es soll am Abend zum Abschluss des Karmelfests im Mittelpunkt der Überlegungen stehen.


Hl. Christopherus  24. Juli

In dieser Urlaubszeit, in der sich Verkehrsströme durch Europa wälzen, möchte ich an einen Heiligen erinnern, den wir etwas verschämt und leise am 24. Juli feiern. Einen Heiligen, der 1969 aus dem liturgischen Heiligenkalender gestrichen wurde und der doch nie aus den Herzen der Menschen verschwand: Christophorus. Der kirchlich Verdrängte lebt weiter. Er war einer der beliebtesten Heiligen des Mittelalters, der orthodoxen und lutherischen Kirche. Der Heilige des Armaturenbretts, der Heilige der Fahrradklingel, der Heilige, der uns (den Urlaubern) v.a. im Süddeutschen und in Tirol von Kirchenfassaden und Häuserwänden ins Auge fällt wie riesige Graffiti.
 
Das Medaillon dieses Heiligen ist oft das einzige, was man vom alten Auto in den neuen Wagen übernimmt. Er verbindet kirchliche und kirchenferne Verkehrsteilnehmer. Er taucht auf Rettungshubschraubern wie in Unfallkrankenhäusern auf, wird von Kfz-Versicherungen und Automobilclubs bemüht. Er steht mitten im Leben, in diesem modernen, rasanten, gefährdeten Leben. Und doch ist er mehr als der Heilige der Landstraßen, der Autoindustrie, des explodierenden Verkehrs, mehr als der mit uns im Stau stehende Gefährte.

Er ist Patron für alle Menschen, die unterwegs sind. Er muss ein Riese von Mensch gewesen sein, ein hundsköpfiger, monsterhafter Riese: Reprobus, der Verfluchte. Wie ein Schakal sieht er aus auf orthodoxen Ikonen. Ein Hüne von Mann. Er hätte den großen Mann markieren können, die Muskeln spielen lassen, dem Größenwahn verfallen sein. Doch er will nicht Muskelmann für sich sein, er will seine Kraft in den Dienst eines Größeren stellen. Er sucht, was seinem Leben Sinn gibt: Für wen kann ich meine Kraft, mein Talent sinnvoll einsetzen? Sein Leben will er einer großen Sache widmen. Er nennt sein Ziel etwas schwammig: Ich will dem Größten dienen.

Joachim und Anna, die Großeltern Jesu  - 26. Juli 

Wir danken Gott für den Glauben der Großeltern Jesu, der heiligen Anna und des heiligen Joachim. Wir verehren sie stellvertretend für alle Mütter und Väter unserer jüdisch-christlichen Glaubenstradition, die auf Gottes Ja, auf seine Treue, seine Verheißungen vertraut haben.

Wir feiern jeden Sonntag als Tag der Auferstehung Jesu, gründen darin eine neue Woche auf das Ja Gottes, das sich in Jesu Worten und Taten und schließlich in seiner Auferstehung so deutlich und spürbar erwiesen hat. Wir  feiern, dass Gott sich ganz und gar auf unsere Welt einge-lassen hat, dass er auch alle Dunkelheiten auf sich genommen hat, um die Welt mit seinem Licht zu erfüllen. Wir stellen uns bewusst in die Gemeinschaft des Glaubens mit den Menschen heute, mit den Müttern und Vätern unseres Glaubens, mit allen Verstorbenen und allen Hei-ligen, weil uns das stärkt und ermutigt, dem Ja Gottes zu trauen.

Gerade die Großmütter und Großväter spielen hierbei eine wichtige Rolle. Wie die Großeltern Jesu, Anna und Joachim, hat die Generation der Großeltern auch heute vieles durchgemacht, sie haben Höhen und Tiefen, Bangen und Hoffen erlebt. Wenn sie von Gottes Treue Zeugnis geben, ist das geerdet, es gründet auf gemachten Erfahrungen und das macht es Kindern und Jugendlichen leichter, dieses Zeugnis anzunehmen.

 

Klicken Sie    HIER!

Keine Kommentare: