Montag, 4. Juni 2012

Gedenktag des Heiligen Bonifatius, des Apostels Deutschlands


1250 Jahre ist es heute her, dass der heilige Bonifatius mit 52 Begleitern bei Dokkum in Friesland erschlagen worden ist. 30 Jahre lang zog der aus dem englischen Wessex stammende Missionar unermüdlich durch das damalige Germanien und verkündete das Evangelium.

Bonifatius, der mit Geburtsnamen Winfried hieß, wird als Apostel Deutschlands und als Apostel der abendländischen Kultur verehrt. Bald nach seiner Priesterweihe nahm er seine ersten Missionsreisen auf, die ihn von England nach Germanien führten. Im Laufe seiner Missionstätigkeit erhielt er die Bischofsweihe und den Namen Bonifatius. Er war als Wegbereiter für den Glauben unermüdlich im Einsatz. So gründete er in vielen seiner Missionsgebiete Klöster als Orte des Gebetes und des Glaubens. Sein Eifer für die Mission brachte ihm den Tod. Er wurde am 5. Juni 754 zusammen mit 52 Gefährten bei Dokkum von den Friesen erschlagen.

Versuch einer kritischen Würdigung ...

Kritische Stimmen sagen, zu einer wirklichen Evangelisierung Deutschlands sei es nie gekommen. „Bekehrung“ – das hieß allzu oft Zwangstaufe ganzer Volksgruppen, nachdem sich der jeweilige Stammesführer oder Fürst für die neue Religion entschieden hat. Das aber hat nur selten zur Umkehr der Herzen geführt, die allein das eigene Leben und das der Nachkommen tief greifend zu prägen vermag.

Kein Wunder, dass unter dem Deckmantel des christlichen Glaubens oft die alten Kulte als „Aber-Glaube“ weitergelebt haben. Bis heute: In Deutschland lesen mehr Christen regelmäßig ihr Horoskop als in der Bibel. Manche sehen in dieser ausgebliebenen Evangelisierung gar eine Erklärung für die Glaubensspaltungen, die Religionskriege und schließlich auch die unchristlichen Gräuel des letzten Jahrhunderts, die sich ausgerechnet auf deutschem Boden zugetragen haben.

Bonifatius selbst wird sich wohl bewusst gewesen sein, dass sich eine echte Umkehr nicht mit einem einzigen Akt vollzieht, sondern Zeit und Pflege braucht. Dafür sprechen die vielen Klöster, die er in den ihm anvertrauten Bistümern gründete. In unseren Tagen gewinnen solche geistliche Zentren neue Bedeutung: Gemeinden und Gemeinschaften, deren Mitglieder den Herrn in ihrer Mitte wissen; die Beten, Reden und Handeln in Einklang zu bringen suchen und die fragenden Zeitgenossen großherzig Gastfreundschaft gewähren.

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