Mittwoch, 13. Juni 2012

Wort Gottes für den Tag Donnerstag, 14. Juni 2012



Jesus sagte zu den Jüngern: Ihr habt gehört, dass zu den Alten gesagt ist: »Du sollst nicht töten!«, wer aber tötet, der wird dem Gericht verfallen sein. Ich aber sage euch: Jeder, der seinem Bruder ohne Ursache zürnt, wird dem Gericht verfallen sein. Wer aber zu seinem Bruder sagt: Raka!,der wird dem Hohen Ratverfallen sein. Wer aber sagt: Du Narr!, der wird dem höllischen Feuer verfallen sein.
Wenn du nun deine Gabe zum Altar bringst und dich dort erinnerst, dass dein Bruder etwas gegen dich hat,  so lass deine Gabe dort vor dem Altar und geh zuvor hin und versöhne dich mit deinem Bruder, und dann komm und opfere deine Gabe! 
Versöhne dich mit deinem Widersacher, während du noch mit ihm auf dem Weg bist, damit der Widersacher dich nicht etwa dem Richter ausliefert und der Richter dich dem Gerichtsdiener übergibt und du ins Gefängnis geworfen wirst. Wahrlich, ich sage dir: Du wirst von dort nicht herauskommen, bis du den letzten Groschen bezahlt hast! (Mt 5,20-26)

Die Nähe des Reiches Gottes, das Jesus als Mitte seiner Botschaft immer und immer wieder ankündigt, wird in unterschiedlicher Weise spürbar. Ein wichtiger Aspekt ist dabei die vertiefte Einsicht in den Willen Gottes und, daraus folgend, eine neue Einstellung zum Handeln. Wie in einer Zusammenfassung hat uns der Evangelist Matthäus die Gedanken Jesu dazu in der Bergpredigt hinterlassen.

 Die Vergleiche, die Jesus bringt, wollen nicht das Alte einfach verurteilen, sondern es ins rechte Licht rücken. Die Handlungsweise eines Menschen, der Gott und sein Reich als Mittelpunkt seines Lebens anerkennt, ist nicht so sehr ein Einhalten von Gesetzen und Geboten als eher ein liebendes Verständnis weit über das „gesetzte“ Maß hinaus. So versteht es Jesus und so bringt er es auch klar und deutlich zum Ausdruck.

Das bloße Einhalten eines Gebotes ist nicht falsch, aber Gerechtigkeit ohne Liebe reicht nicht aus im Reich Gottes. Deshalb ist der Bruder, der zwar nicht getötet wird, dennoch durchaus nicht mehr im Blick des Lebens, wenn er verflucht oder verleumdet oder auch für einen Dummkopf erklärt wird. Dieses Beispiel der verschiedenen Dimensionen eines Gebotes soll helfen, weiter zu blicken als auf den Wortlaut, hinein in die großartige Freiheit der Liebe.

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