Dienstag, 19. Juni 2012

Wort Gottes für den Tag, Mittwoch, 20. Juni 2012


Hütet euch, eure Gerechtigkeit vor den Menschen zur Schau zu stellen ...

... sonst habt ihr keinen Lohn von eurem Vater im Himmel zu erwarten. Wenn du Almosen gibst, lass es also nicht vor dir herposaunen, wie es die Heuchler in den Synagogen und auf den Gassen tun, um von den Leuten gelobt zu werden. Amen, das sage ich euch: Sie haben ihren Lohn bereits erhalten. Wenn du Almosen gibst, soll deine linke Hand nicht wissen, was deine rechte tut. Dein Almosen soll verborgen bleiben und dein Vater, der auch das Verborgene sieht, wird es dir vergelten (Mt 6,1-4).
  
Hütet euch, alles vor den Menschen zur Schau zu stellen: Das dürfen wir wohl aus dem heutigen Evangelium mitnehmen. Diese Aufforderung Jesu scheint heute ja genau so aktuell zu sein wie damals. In den sozialen Netzwerken unserer Tage gibt es ja kaum noch etwas, das verborgen bleibt. Da wird jede Aktivität „gepostet“, wie es heißt. Und dann wundern sich manche, dass sie so gläsern geworden sind und stöhnen über zu wenig Privatsphäre.

Im Evangelium nennt Jesus die Dinge beim Namen und hält den Menschen Heuchelei vor. Ist es das aber heute nicht auch? Schade ich mir nicht selbst damit, gebe ich nicht viel von mir und meinem Inneren auf?! Nicht, dass wir alle Geheimniskrämerinnen und ‑krämer werden müssten. Aber es tut doch gut, einen Raum zu haben, der ganz intim ist: zwischen mir und Gott, zwischen mir und der Partnerin bzw. dem Partner, eben ein Raum des Vertrauens und der Geborgenheit. Jesus lädt uns dringend dazu ein, nicht, weil er uns einschränken möchte, sondern weil er uns das eigene, ganz persönliche ICH gönnt.
„Gott allein genügt“, sagt die heilige Theresia von Ávila. Gott weiß um mich, für ihn muss ich nicht „posten“. Und das tut gut! (Daniel Brinker ).

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