Freitag, 27. Juli 2012

Wort Gottes für den Tag 28. Juli 2012


Die Deutung des Gleichnisses vom Sämann

Jesus sagte: Hört also, was das Gleichnis vom Sämann bedeutet.

Immer wenn ein Mensch das Wort vom Reich hört und es nicht versteht, kommt der Böse und nimmt alles weg, was diesem Menschen ins Herz gesät wurde; hier ist der Samen auf den Weg gefallen.

Auf felsigen Boden ist der Samen bei dem gefallen, der das Wort hört und sofort freudig aufnimmt, aber keine Wurzeln hat, sondern unbeständig ist; sobald er um des Wortes willen bedrängt oder verfolgt wird, kommt er zu Fall.

In die Dornen ist der Samen bei dem gefallen, der das Wort zwar hört, aber dann ersticken es die Sorgen dieser Welt und der trügerische Reichtum und es bringt keine Frucht.

Auf guten Boden ist der Samen bei dem gesät, der das Wort hört und es auch versteht; er bringt dann Frucht, hundertfach oder sechzigfach oder dreißigfach (Mt 13,18-23).

Es sind viele Worte, die Tag für Tag aus dem Radio, Fernsehen oder aus der Zeitung auf uns einströmen. Ob ein Wort bei uns ankommt, hängt viel davon ab, ob wir ihm Raum geben in uns, es in uns wirken lassen, ihm gleichsam den Boden bereiten, auf dem es wachsen und fruchtbar werden kann. Das gilt auch vom Wort Gottes, mit dem er uns jetzt wieder anspricht.

Heute hören wir das Gleichnis vom Sämann. Der Sämann ist nicht irgendeiner. Er ist Jesus. Er sät Gottes Botschaft, das Evangelium. Indem er als Gottes Sohn in die Welt kommt, sät er sich selbst. Er ist der Inhalt des Evangeliums. Der Same sieht unscheinbar aus. Doch er birgt Leben in sich; Kraft, den Boden zu durchdringen und sich zu vermehren!
 
Herr, du bist der Sämann,
der Same ist dein Wort.
Ich selber bin der Boden.

Manchmal da bin ich wie felsige Erde:
Ich bin begeistert von deiner Botschaft,
aber sie geht nicht tief genug,
ich vergesse schnell wieder, was du mir sagst.

Ein andermal bin ich der festgetretene Weg.
Dein Wort kommt erst gar nicht an bei mir.
Ich beachte es nicht, nichts geht auf.

Auch gibt es da die Dornen in mir.
Sorgen und Stress, das Allerlei des Alltags,
ersticken dein Wort.
Es ist keine Zeit und kein Platz
für das, was du mir zu sagen hast.

Aber da ist auch der gute Boden in mir.
Wenn ich dir vertraue und dich liebe.
Wenn ich nach deinem Willen frage
und mein Leben auf dich baue.

Herr,
wenn auch vieles von deinem Wort
keine Frucht in mir und durch mich bringt,
so weiß ich doch: ein Teil wird seinen Ertrag bringen,
dreißig, sechzig, ja vielleicht sogar hundertfach!
Darauf vertraue ich und danke dir dafür.

Stefan Anzinger

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