Dienstag, 24. Juli 2012

Fest des Apostels Jakobus


Pilgern war für den Menschen des Mittelalters Ausdruck seines religiösen Lebens. Er verstand sich als Erdenwanderer, der auf der Welt nur unterwegs war. Nachdem das Pilgern aus der Mode gekommen war, haben es inzwischen viele Menschen erneut entdeckt und besuchen wieder die klassischen Ziele, wie Santiago de Compostela in Spanien. Auf dem Weg zum Grab des Apostels Jakobus, dessen Fest wir heute feiern, suchen sie nach Antworten auf ihre Fragen und nach dem Sinn ihres Lebens. Schließen wir uns in Gedanken doch einfach den Jakobuspilgern an.


Stellen wir uns den heiligen Jakobus als Pilger vor mit Stab, Beutel und Pilgermuschel. Im Auftrag Jesu ist er als Apostel unterwegs, um möglichst vielen die Botschaft von der Auferstehung Jesu zu bringen. Wir denken daran, dass auch wir auf diesen Weg geschickt wurden. Als Diener der Menschen sind wir berufen, Jesu Apostel in unserer Zeit zu sein. Machen wir uns immer wieder auf den Weg in der Kraft dessen, der im heiligen Mahl uns stärkt.

Jakobus war bei der Verklärung Jesu dabei

Jesus nahm Petrus, Jakobus und Johannes beiseite und führte sie auf einen hohen Berg, aber nur sie allein. Und er wurde vor ihren Augen verwandelt; seine Kleider wurden strahlend weiß, so weiß, wie sie auf Erden kein Bleicher machen kann. Da erschien vor ihren Augen Elija und mit ihm Mose und sie redeten mit Jesus. Petrus sagte zu Jesus: Rabbi, es ist gut, dass wir hier sind. Wir wollen drei Hütten bauen, eine für dich, eine für Mose und eine für Elija. Er wusste nämlich nicht, was er sagen sollte; denn sie waren vor Furcht ganz benommen. Da kam eine Wolke und warf ihren Schatten auf sie, und aus der Wolke rief eine Stimme: Das ist mein geliebter Sohn; auf ihn sollt ihr hören. (Mk 9,2-7)

Das Thema Gott habe ich für mich abgeschlossen“ sagen manche Menschen. Viele tun sich schwer mit dem Glauben. Meist haben wir keine so spektakulären Gotteserfahrungen wie die Jünger auf dem Berg Tabor. Unser Verstand möchte so gerne Beweise, die es im Glauben aber nicht gibt.

Um Gott begegnen zu können, muss ein Mensch zunächst einmal für ihn offen sein. Solange das eigene Leben in geordneten Bahnen verläuft, alles so klappt wie geplant, keine Not und keine wirkliche Sorge drücken, verschwenden Menschen in der Regel nicht viele Gedanken an Gott. Meist bedarf es dazu einer einschneidenden Erfahrung. Eine solche
Erfahrung muss gar nicht so spektakulär sein wie die Verklärung Jesu auf dem Berg Tabor. Das kann ein Moment großen Glücks sein – wenn etwa junge Eltern das erste eigene Kind im Arm halten. Es kann aber auch ein Moment bodenloser Trauer sein – etwa dann, wenn man aus heiterem Himmel einen lieben Menschen verliert. Oder ein Moment stiller Ergriffenheit – wenn man etwa nach langer Zeit wieder einmal in den Sternenhimmel blickt und sich bewusst wird, wie klein, wie verloren wir Menschen uns doch im Weltall vorkommen müssen. Solche Momente, solche Stimmungen können es sein, die uns öffnen für die Fragen, die sonst kaum in uns hochkommen: Die Fragen nach dem Woher und Wohin unseres Lebens.

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