Sonntag, 8. Juli 2012

Hab keine Angst! Glaube nur! - Wort Gottes für den Tag, Montag, 9. Juli 2012


Während Jesus so mit ihnen redete, kam ein Synagogenvorsteher, fiel vor ihm nieder und sagte: Meine Tochter ist eben gestorben; komm doch, leg ihr deine Hand auf, dann wird sie wieder lebendig.

Jesus stand auf und folgte ihm mit seinen Jüngern.

Da trat eine Frau, die schon zwölf Jahre an Blutungen litt, von hinten an ihn heran und berührte den Saum seines Gewandes; denn sie sagte sich: Wenn ich auch nur sein Gewand berühre, werde ich geheilt. Jesus wandte sich um, und als er sie sah, sagte er: Hab keine Angst, meine Tochter, dein Glaube hat dir geholfen. Und von dieser Stunde an war die Frau geheilt.

Als Jesus in das Haus des Synagogenvorstehers kam und die Flötenspieler und die Menge der klagenden Leute sah, sagte er: Geht hinaus! Das Mädchen ist nicht gestorben, es schläft nur. Da lachten sie ihn aus.

Als man die Leute hinausgedrängt hatte, trat er ein und fasste das Mädchen an der Hand; da stand es auf. Und die Kunde davon verbreitete sich in der ganzen Gegend. (Mt 9,18-26)

Die Worte Jesu vom Glauben stehen in der Mitte des heutigen Evangeliums. „Dein Glaube hat dir geholfen“ (Mk 9,22) sagt Jesus zu der kranken Frau. Und aufgrund des Glaubens wurde auch die Bitte des Synagogenvorstehers: „Meine Tochter ist eben gestorben; komm doch, leg ihr deine Hand auf, dann wird sie wieder lebendig“ ( Mk 9, 18) erfüllt.

Unser Glaube ist die freie Antwort des Menschen auf den sich offenbarenden Gott. Er ist aber viel mehr als nur ein Lippenbekenntnis. Es scheint leicht zu sagen: „Ich glaube“. Der Glaube ist aber vor allem ein Vertrauensakt. Ich lege mein Leben in die Hände Gottes und ich weiß, dass er bei mir ist; dass ich von ihm geliebt bin, was auch immer passiert; und dass er sich um mein Leben kümmert.

Jeder von uns hat schon Momente erlebt, in denen er das Vertrauen auf Gott in Zweifel gezogen hat: eine schwere Krankheit, ein scheinbar unerhörtes Gebet, der Tod eines Familienmitglieds… Jesus lädt uns aber ein, ihm auch in diesen Situationen weiter zu glauben. Das ganze Evangelium ist ein großes Zeugnis dafür, dass Gott sich mit denen solidarisiert und denen nahe ist, die arm, krank sind, die trauern, die am Rande der Gesellschaft leben. Der Glaube bedeutet nicht, dass unser Leben problem‑ und sorglos sein wird. Aber der Glaube gibt uns Hoffnung, dass unser Leben, trotz aller Schattenseiten, einen Sinn hat, und dass wir zu einer ewigen Gemeinschaft mit Gott berufen sind. „Er ist schon jetzt ein Vorgeschmack der himmlischen Freude“ steht im Katholischen Katechismus (KKK 28). Der Katechismus sagt uns auch, dass der Glaube ein Geschenk Gottes sei, das unaufhörlich durch das Hören des Wortes Gottes und das Gebet wächst (KKK 28).

Überlegen wir jetzt und versuchen wir, uns selbst auf folgende Fragen zu antworten:

‑ Bemühe ich mich um Wachstum meines Glaubens?

‑ Welchen Platz nehmen in meinem Leben das Gebet und die Lektüre der Heiligen Schrift ein?


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