Mittwoch, 25. Juli 2012

In Memoriam Bruno Arens



Am Dienstag verstarb im Alter von 69 Jahren im Kreise seiner Familie in St. Vith Missionar Bruno Arens aus St.Vith. Über 40 Jahre schlug das Herz von Pater Bruno Arens für Thailand.

von Lothar Klinges



Ein Jahr nach seiner Priesterweihe betrat der damals 28-jährige junge Missionar am 29. August 1971 erstmals thailändischen Boden. Seitdem arbeitete er als Priester des Oblaten-Ordens in verschiedenen Regionen des Landes.

Bruno Arens wurde am 1. Juni 1943 in St.Vith geboren. Sein Vater Nikolaus (verheiratet mit Gertrud Heinen) war Grundschullehrer, so dass die Familie, entsprechend der Arbeitsstelle des Vaters, mehrmals den Wohnsitz wechseln musste: von Rodt über Ouren und St. Vith bis nach Deidenberg.  Nach dem Abitur am Collège Notre-Dame in Gemmenich begann er 1962 das Noviziat bei den Oblaten (OMI) in Barvaux s. Ourthe, wo er am 8. September 1963 seine ersten Gelübde ablegte. Nach dem Philosophie-Studium in Velaine (Tournai) begann er sein Theologiestudium am Priesterseminar von Tournai.  Er arbeitete ein Jahr als Bauarbeiter in Quaregnon/Mons und führte danach sein Studium in Theologie in Eegenhoven (Löwen) fort.

Sehnsucht nach Asien

Die Priesterweihe empfing er am 28. Juni 1970 und bereitete sich auf seinen Missionseinsatz vor. „Schon immer war es meine tiefe Sehnsucht, nach Asien zu gehen.“ In einem Brief an seinen Ordensoberen in Rom hatte er Indien als Einsatzort vorgeschlagen. Da die Oblaten erst seit 1966 in Thailand tätig sind, hatte er dann für das neue Missionsgebiet optiert. Am 29. August 1971 betrat er erstmals thailändischen Boden. Nach einer dreijährigen Eingewöhnungsphase wurde er 1974 Kaplan in Nakhonpathom, einer Pfarre westlich von Bangkok. Zwei Jahre später wurde er für sieben Jahren Pfarrer in Songphinong und für fünf Jahre Oberer der Oblaten in Thailand. 1983 wurde er zum Pastor nach Loie, 600 Kilometer nordöstlich von Bangkok, berufen. Im Jahr 1987 baute er das Priesterseminar in Samphan auf, dessen Direktor er wurde. Von 1994 bis 2000 wurde er wiederum zum Oberen der Oblaten in Rangsit gewählt. Danach war er zwei Jahre lang Novizenmeister in Samphran. Ein „Sabbatjahr“ führte ihn 2002-2003 nach Belgien und wurde danach während fünf Jahren Pastor in Thabom. Seit 2007 leitete er das Missionszentrum der Hmongs in Lomsak. „Seitdem ich in Thailand bin, habe ich mich immer wieder für das Schicksal der Hmongs interessiert“, sagte Bruno Arens. Nach seiner Rückkehr aus dem Heimaturlaub am 4. Juni 2009 hatte er eine neue Aufgabe als Pfarrer in Saphanmai, einer Pfarre in der thailändischen Hauptstadt, übernommen.

Bruno Arens hat sich zeitlebens mit allen Kräften für die kulturelle Identität des Sieben-Millionen-Bergvolkes der Hmongs im Vierländereck zwischen Thailand, Laos, Vietnam und China eingesetzt. Seit Ende des Vietnamkrieges machen laotische und vietnamesische Soldaten Jagd auf Angehörige des Bergvolkes, da diese von den kommunistischen Regierungen als Staatsfeinde angesehen wurden.

Pater Bruno Arens war Direktor des katholischen Missionszentrums der Hmongs, „Der gute Hirte“ in Lomsak in der Provinz Phetchabun in Thailand. Hier wird eine Radiosendung produziert, die durch „Radio Veritas Asien“ über Kurzwelle aus Manila (Philippinen) ausgestrahlt wird. „Da, wo Christengemeinden sich nicht mehr ohne weiteres zusammenfinden können, wo Menschen von politisch unabhängigen Informationen abgeschnitten und an der Ausübung ihrer Religion und Tradition gehindert werden, übernimmt dieses Medium eine entscheidende Rolle“, erläuterte Bruno Arens anlässlich seines Heimaturlaubs im Jahr 2009. „Per Radio halten wir Kontakt zu diesem unterdrückten Volk.“  Insbesondere in Laos und Vietnam, wo das Volk drangsaliert wird, sowie isoliert und weit verbreitet lebt, bietet der Radiosender die einzige Möglichkeit, den Christen Hilfen im Glauben anzubieten.

Einen großen kulturellen Dienst an das Bergvolk haben die Oblaten bereits 1950 mit der Einführung der Schriftsprache in lateinischen Buchstaben gestartet. Bis dahin kannte dieses Volk keine Schriftsprache. Während die Hmongs in Laos und Vietnam als „Staatsfeinde“ betrachtet werden, sehen sie sich in Thailand als Minderheit der Herausforderung gegenüber, ihre Identität in einer Gesellschaft zu bewahren, die sich schwer tut, andere Religionen und Kulturen zu akzeptieren. Es sind vor allem die jungen Mitglieder des Bergvolkes, die sich für den Erhalt ihrer Identität stark machen und sich für die Geschichte und die Wurzeln ihres Volkes interessieren.

Da die politische Situation insbesondere in Laos und Vietnam verhindert, dass Priester und Ordensleute, ja sogar Katecheten die christlichen Gemeinschaften besuchen, hat das Zentrum vom Guten Hirten eine Aktion gestartet, Bibeln in der Sprache der Hmongs an das Bergvolk zu verteilen. Da die Grenzen von Laos und Vietnam für christliche Literatur geschlossen sind, müssen die Bibel auf langwierigen Pfaden zu den unterdrückten christlichen Gemeinschaften der Hmongs gebracht werden. Davon hatte Pater Bruno Arens mehrere tausend Stück in Laos und Vietnam verteilen lassen.

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