Dienstag, 17. Juli 2012

Karmelfest als Zeichen der Verbundenheit der Eifeler mit ihrem Kloster


Von Lothar Klinges


Mit dem Karmelfest ist seit sechs Jahrzehnten etwas gewachsen, was sich ungeachtet kirchlicher und gesellschaftlicher Turbulenzen unumstößlich in der Eifel gehalten hat. Ein Termin, der historisch gewachsen und nicht nur in Ostbelgien beispiellos ist. Das Fest, das sich terminlich am 16. Juli, dem Festtag unserer Lieben Frau vom Berge Karmel  orientiert, wurde zu einem beeindruckenden Erlebnis der Verbundenheit der Eifeler Bevölkerung mit „ihrem“ Franziskanerinnenkloster, das im Volksmund weiterhin „Karmel“ genannt wird.


Seit über sechzig Jahren beherbergt die ehemalige preußische Staatsdomäne Ordensfrauen und ist seit über einem Vierteljahrhundert in der Verantwortung der Franziskanerinnen von der hl. Familie, deren Mutterhaus das „Klösterchen“ in Eupen ist. Nachdem die Karmelitinnen 1985 das Kloster wegen Nachwuchsmangel schließen mussten, war es vor allem den aus der Eifel stammenden Ordensfrauen der Kongregation der Franziskanerinnen von der hl. Familie in Eupen ein wichtiges Anliegen, den geistlichen Charakter und die historische Tradition des Karmels zu bewahren. Und die Bevölkerung dankt es den Schwestern bis heute, wie sich am Wochenende eindrucksvoll zeigte. Pastor Ludwig Hilger dankte den Ordensfrauen und den zahlreichen Laienhelfer(innen, welche die Tradition der Karmelschwestern fortsetzen.

Hinter der Klosterpforte leben Menschen, die nicht nur ein offenes Ohr und ein mitfühlendes Herz haben. Die Schwestern tragen die Anliegen ihrer Mitmenschen in ihrem Gebet und in ihren Gottesdiensten zu Gott. Genau das scheint es zu sein, was viele Menschen suchen und weshalb sie ihre Nöte dem Gebet der Ordensfrauen anvertrauen.

Insgesamt rund tausend Gläubige fanden sich in diesem Jahr zu den drei Gottesdiensten (mitgestaltet vom Kirchenchor St. Stefanus Bütgenbach), zur Segensandacht und am Abend zur Abschlussandacht mit den Eifeler Jagdhornbläsern unter der Leitung von Toni Pothen ein. Allein zur Schlussandacht versammelten sich etwa 300 Gläubige aus der Eifel zu beiden Seiten der Klosterkapelle, darunter auch Christen von jenseits des Venns und der Landesgrenze. Das unbeständige Wetter hatte es in diesem Jahr nicht erlaubt, die Abschlussandacht auf dem Klostervorhof zu halten.

Selig, die geglaubt hat
  
In diesem Jahr stellte Rektor Ludwig Hilger das Karmelfest unter den Leitgedanken „Selig, die geglaubt hat. In den verschiedenen Ansprachen von Freitag bis Sonntagabend nahm der 58-jährige Priester das Leben der Gottesmutter aus verschiedenen Blickwinkeln unter die Lupe und wusste in lebendiger Sprache sehr deutlich ihr Leben auf unsere Zeit hin auszulegen.

Spannend war die Aussage der Pastor Ludwig Hilger nachging, dass Maria „mit Gott schwanger geht.“ Sie freut sich über das werdende Leben und möchte diese Freude mit jemand teilen. Sie ahnt aber auch, dass Gott einen Menschen nicht erwählt, damit er ein bequemes Leben zu seinem eigenen Vergnügen führt, sondern um einer großen Aufgabe willen. Sie stimmt ein in den großen Lobgesang, das Magnificat. Dieser Gesang hat bis heute seine Gültigkeit im Beten der Christen bewahrt, betonte der Festprediger, der dieses Loblied unter dem Motto „Keine Spur von Hochmut“ am Sonntagabend zum Abschluss des Karmelfestes in den Mittelpunkt seiner Überlegungen stellte. „Können wir noch Gottes Größe preisen, statt zu klagen oder uns selbst in den Mittelpunkt zu rücken“, fragte sich der Festprediger. Und so forderte er auch die Gläubigen mit der Aussage heraus, wofür wir bereit sind, Gott zu loben. „Als Beschenkte können wir Gott nur loben, wenn wir Gott als unseren Herrn anerkennen“. Am Ende seiner Überlegungen stimmten alle Gläubigen nach dem Vorbild Mariens in das Magnificat ein.

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