Sonntag, 15. Juli 2012

Wort Gottes für den Tag, Montag, 16. Juli 2012.


Vom Schwören

Mt 5,33 -3 7: Ich aber sage euch: Schwört überhaupt nicht!

Ihr habt gehört, dass zu den Alten gesagt worden ist: Du sollst keinen Meineid schwören, und: Du sollst halten, was du dem Herrn geschworen hast. Ich aber sage euch: Schwört überhaupt nicht, weder beim Himmel, denn er ist Gottes Thron, noch bei der Erde, denn sie ist der Schemel für seine Füße, noch bei Jerusalem, denn es ist die Stadt des großen Königs. Auch bei deinem Haupt sollst du nicht schwören; denn du kannst kein einziges Haar weiß oder schwarz machen. Euer Ja sei ein Ja, euer Nein ein Nein; alles andere stammt vom Bösen.

Der Schwur ist eine Versicherung vor Gott. Wer dem Herrn einen Schwur leistet und ihn nicht hält, der begeht einen Meineid. Die zitierten Gebote findet man im genauen Wortlaut so nicht im Alten Testament. Ähnlich aber heisst es im Buch Levitikus (Lev 19,12): Ihr sollt nicht falsch bei meinem Namen schwören; du würdest sonst den Namen deines Gottes entweihen. Ich bin der Herr.

Anscheinend sehen sich Jesus und die junge Kirche täuschenden und überflüssigen Eiden gegenüber. Der Meineid war und ist eine schwerwiegende Störung des Vertrauens und des Zusammenlebens. Für Jesus und den Evangelisten kommt hinzu, dass der Schwur Gott ins Spiel bringt und den Glauben an Gott missbraucht. Die Umgehung des Gottesnamens eröffnete einen Ausweg in die Unwahrhaftigkeit. Das zentrale Anliegen unseres Textes aber besteht darin, nicht unangemessen mit dem Namen Gottes umzugehen, ganz abgesehen von der Unwahrhaftigkeit des Meineides
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Ich aber sage euch: Schwört überhaupt nicht. Euer ja sei ein ja, euer nein ein nein; alles andere stammt vom Bösen. Auch hier wieder eine strenge und radikale Weisung. Christen sollen nicht schwören, sondern ehrlich und wahrhaftig sein. Alles andere ist überflüssig und verleitet zum Bösen. Nicht ein Schwurritus mit vielen bekräftigenden und anrufenden Worten ist das erforderliche Zeichen der Wahrhaftigkeit, sondern der ganze Mensch mit dem, was er denkt und tut.

Wie Gott wahrhaftig ist, so soll es der Mensch sein als sein Ebenbild. Unsere menschlichen Beziehungen gelingen nur da, wo wir vertrauensvoll und offen miteinander umgehen. Man stelle sich einmal eine Gesellschaft vor, in der dies wirklich wäre oder würde. Das Evangelium erwartet, dass die Christen gleichsam Vorreiter einer solchen Menschheit sind.

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