Mittwoch, 22. August 2012

Eine heilsame Begegnung


Es gibt Begegnungen im unserem Leben, die sind so nachhaltig, dass sie unseren weiteren Lebensweg mitbestimmen. _Von einer solchen Begegnung hören wir im Evangelium. Der Evangelist Lukas berichtet dort von der Auswirkung der Begegnung Jesu mit dem Oberzöllner Zachäus.

Jesus im Haus des Zöllners Zachäus

Dann kam er nach Jericho und ging durch die Stadt. Dort wohnte ein Mann namens Zachäus; er war der oberste Zollpächter und war sehr reich. Er wollte gern sehen, wer dieser Jesus sei, doch die Menschenmenge versperrte ihm die Sicht; denn er war klein. Darum lief er voraus und stieg auf einen Maulbeerfeigenbaum, um Jesus zu sehen, der dort vorbeikommen musste. Als Jesus an die Stelle kam, schaute er hinauf und sagte zu ihm: Zachäus, komm schnell herunter! Denn ich muss heute in deinem Haus zu Gast sein. Da stieg er schnell herunter und nahm Jesus freudig bei sich auf.

Als die Leute das sahen, empörten sie sich und sagten: Er ist bei einem Sünder eingekehrt. Zachäus aber wandte sich an den Herrn und sagte: Herr, die Hälfte meines Vermögens will ich den Armen geben, und wenn ich von jemand zu viel gefordert habe, gebe ich ihm das Vierfache zurück. Da sagte Jesus zu ihm: Heute ist diesem Haus das Heil geschenkt worden, weil auch dieser Mann ein Sohn Abrahams ist. Denn der Menschensohn ist gekommen, um zu suchen und zu retten, was verloren ist.

Vielleicht haben Sie selbst in einem Beichtgespräch oder in anderen vertraulichen Gesprächen die Erfahrung machen dürfen, wie gut es tut, wie erlösend es sein kann, wenn Ihr Gesprächspartner Ihnen unvoreingenommen und wohlwollend begegnet. Wenn jemand vor ihnen sitzt, der anerkennt, das das Leben brüchig ist, und manche Gelegenheit bietet, schuldig zu werden, etwas falsch zu machen. Jemand der nicht verurteilt und moralisch den Zeigefinger hebt, sondern erst einmal zuhört, nachfragt und verstehen will.

Weil Zachäus in Jesus einem solchen Menschen begegnet ist, hat er sein Leben verändert. Seither er ein Anderer geworden! Die Werte, die im Leben bis dahin wichtig waren, haben sich verschoben. Hier konkret bei Zachäus: Die Gier nach Macht und nach Ansehen und Geld ist dem Bewusstsein gewichen, dass andere viel wervollere Qualitäten unser menschliches Leben tragen wie: Freundschaft, Liebe, Wohlbehagen, Harmonie, Bescheidenheit. So werden plötzlich manche Dinge klein und winzig, die wir bisher als unumstößlich und weltbewegend angesehen haben.

Zachäus ist ein Beispiel für einen Menschen, der diesen Blickwechsel vollzogen hat. Dabei hat er die Hilfe Jesu in Anspruch genommen. Und damit sind wir bei der Kernaussage des heutigen Evangeliums: Jesus vermag zu heilen, vorausgesetzt wir lassen es zu.

Wovon will er uns denn heilen?

Das kann vieles sein, was er bei uns heilen will. Das kann der übermäßige Egoismus in uns sein, das kann das fremdgehen in der Ehe sein. Das kann jede Form von Sucht sein, Alkoholsucht, Spielsucht, Sexsucht, das kann der Hang zur Lüge sein und vieles mehr.

Wenn Jesus sagt, dass er gekommen ist unsere Krankheiten zu heilen, dann geht es ihm darum uns aufzuzeigen, dass wir uns von Gott getrennt haben und dass es darum gehen muss, diese Trennung wieder aufzuheben, mit Gott wieder ins Reine zu kommen. Denn genau dazu ist ER in diese Welt gekommen! Jesus möchte, dass kein Menschenleben verloren geht.

Ist das nicht wunderbar. Jesus gibt niemanden auf. Jeder ist wertvoll, auch dieser Mann, der als Sünder bekannt war. Jesus hat nicht gesagt: Du musst dein böses Tun erst abstellen, dann erst kann ich zu dir ins Haus kommen. Er hat nicht gesagt, beweise mir erst, dass du es ernst nimmst mit deiner Umkehr. Er hat auch nicht gesagt, du bist zu klein oder du siehst nicht gut aus. Er hat sich auch nicht vom Murren der Umstehenden abhalten lassen, nein, er sagt nur: Zachäus komm herunter, ich muss heute in deinem Haus zu Gast sein.

Das ist eine der schönsten Geschichten der Bibel und sie beschreibt sehr treffend wie unser Gott ist: Jeden von uns schaut er an, auch wenn wir meinen wir seien nicht würdig, angesichts unserer Lebensweise, angesichts unserer Vergangenheit. Zu jedem, jeder von uns sagt er: “Ich möchte heute zu dir nach Hause kommen.” Niemand ist hier, der nicht gut genug ist, niemand ist hier, dessen Lebensgeschichte Jesus abstößt, nein, er sagt es an dieser Evangelienstelle noch einmal sehr deutlich: “Der Menschensohn ist gekommen, um zu suchen und zu retten, was verloren ist.” 

Nimm Jesus an, als deinen Retter, nimm ihn an als denjenigen, der dich heilen kann. Sag es ihm, komm Herr, komm Jesus, und sprich: “Herr, ich bin nicht würdig, aber sprich nur ein Wort und meine Seele wird gesund.“ Jesus will in deinem Herzen wohnen, er geht mit dir nach Hause in deine Dunkelheiten. Deine Dunkelheit wird vor seinem Licht verschwinden und er sagt zu dir: Fürchte dich nicht. Glaube nur!

Liebe Christen, das ist unser Vertrauen: der Herr Jesus Christus vermag zu heilen und zu befreien, mehr noch, er will es auch tun für alle, die sich ihm öffnen und ihr Vertrauen ganz auf ihn setzen. Die Geschichte des Zachäus lädt uns ein, mit wachen Sinnen durch unser Leben zu gehen und den Zeitpunkt nicht zu verpassen, an dem Jesus zu uns sagt: „Heute muss ich in deinem Haus zu Gast sein

Zachäus, der Bäumling

Ich sitze im Baum auf einem Ast,_
ich bin nur klein und er ist so groß._
Wir tragen beide eine Last,_
der Baum trägt mich, ich Sorgen bloß._

Der Baum ist schön, der Baum ist gut,_
im Baum zu sitzen macht mir Mut.
Ich meide das Licht und liebe den Schatten,
_im Baum, im Schatten will ich sein,_
und die, die mich gefürchtet hatten,_
die stehen unten dichtgedrängt und klein.
Mich im Schatten sieht man nicht,_ich sitze allein.

Sie stehen im Licht.
Man liebt mich nicht _
und will mich auch nicht sehen
_sie verachten mich schlicht,
keiner will zu mir stehen.
Ich bin allein so wie ich bin,
_allein zu sein macht keinen Sinn.

Wir warten alle auf einen Mann,_
da vorne kommt er durch die Massen,_
es heißt, dass er Leben verändern kann, _
dann müsste ich ja meinen Schatten verlassen.

Ich will ihn nur sehn, beim vorübergehen.
Der Baum gibt mir Geborgenheit, _
doch vor meinem Baum hält Jesus an,_
er redet von tiefer Veränderbarkeit,_
ich bin ganz nah an Jesus dran.

Jetzt trifft mich sein Blick,_
er meint mich, es gibt kein Zurück.
Dann spricht er mich an,_
mein Versteck ist erkannt,_
Jesus selbst hat mich dann _
bei meinem Namen genannt.

Er holt mich vom Rand in die Mitte hinein,
_das muss Gottes Liebe sein.

Reiner Schnebel, in: http://frommechaoten.de/
bezirksjugend/impulsecke/balladen.php?i=0502


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