Sonntag, 12. August 2012

Marienfeiern am 15. August in der Eifel




Schönberg: Den Rosenkranz als Meditationsart neu entdecken
von Lothar Klinges
Wir leben in einer technisierten und oft allzu rationalistischen Welt. Einkehr und Meditation sind heute sehr gefragt. Viele Menschen wenden sich den Meditationsweisen zu, um zu ihrem Menschsein zu finden. Die Kirche bietet aus ihrer langen Erfahrung einen Weg der Meditation an, die allen Christen zugänglich ist.
Im Rosenkranz kann der Christ zu einem ruhigen Schauen der Glaubensgeheimnisse und so zu einer frohen Erkenntnis des Christseins kommen. Den Rosenkranz beten ist nicht jedermanns Sache. Aber es lohnt sich, diese Form der Meditation einmal anders oder von innen her kennen zu lernen, auch wenn er später nicht zu unserem alltäglichen Gebetsschatz gehört.
Dazu lädt die Pilgerstätte in Schönberg in diesem Jahr ein. Entlang dieses alten Gebetes sind die Gläubigen eingeladen, das Leben Jesu zu betrachten. Auch in diesem Jahr hoffen die Verantwortlichen der Grottenanlage in Schönberg erneut zahlreiche Pilger aus Nah und Fern begrüßen zu dürfen.
Seit 73 Jahren
Im Jahre 1939 wurde die Lourdesgrotte in Schönberg eingeweiht durch Pfarrer und Initiator Franz Darcis. Doch ohne die tatkräftige Hilfe so vieler Mitchristen und der großzügigen Spendenbereitschaft der damals doch armen Bevölkerung wäre dieses Werk wohl nie zustande gekommen.
Alles fing an mit dem Wunsch des damaligen Pfarrers, eine kleine Lourdesgrotte im Pfarrgarten zu errichten zur persönlichen Verehrung.  Bei der Bevölkerung stieß Pfarrer Darcis auf offene Ohren. Kein Wunder in der damaligen Zeit. Krieg lag in der Luft. Noch war der erste Weltkrieg nicht vergessen. In dieser Not sich an Maria auf besondere Art und Weise wenden zu dürfen, war den Menschen ein willkommenes Geschenk. „Möge Maria uns vor diesem Krieg bewahren!“ so mag wohl die Bitte so manches Christen an der Lourdesgrotte geklungen haben.
Am Mittwoch, dem 15. August, wird um 8.45 Uhr die feierliche Eucharistie den Festtag einläuten. 
Um 14.30 Uhr startet die Marienprozession von der Kirche aus und führt durch die herrliche Anlage des Kreuzweges. Diese Feier wird ihren Abschluss wieder in der Kirche finden, wo dann bis zum Abend jede und jeder die Möglichkeit hat, in Stille zu beten. Am Abend findet um 20.30 Uhr die Lichterprozession statt. Dazu versammeln sich die Pilger an der Grotte. Kerzen sind vor Ort erhältlich.
Die Verantwortlichen  so wie die gesamte Pfarre Schönberg laden alle Menschen von nah und fern herzlich ein, an diesem Tag eine große Glaubensgemeinschaft zu bilden, die einander trägt, ermutigt und herausfordert.   

Marienfeier in Neundorf
Zu Maria pilgern, der “Weggefährtin in vielen Nöten”

Am 15. August wird den Pilgern in Neundorf eine junge Frau vor Augen geführt, die in einer Notlage war. Sie erwartete ein Kind und der Engel Gabriel hat Maria auf ihre Verwandte Elisabeth aufmerksam gemacht, wo sie eine Notunterkunft fand, um mit der Situation umgehen zu können. Auch heutzutage suchen  Menschen in ihrer Not eine Unterkunft, jemanden, der ihre Situation versteht und ein offenes Ohr hat. Das Alleinsein, keinen Menschen zu haben, dem man seine Not anvertrauen kann, ist die eigentliche Not.
Rektor Ludwig Hilger vom Pfarrverband Burg-Reuland  wird mit den zahlreichen Gläubigen in Neundorf über die „Sieben Schmerzen Mariens“ nachdenken. Als im 14. Jahrhundert in Europa die Pest wütete und ihr ein Drittel der Bevölkerung zum Opfer fiel, begann man, Szenen aus dem Leben Marias zusammenzustellen, die ihre Nöte darstellten. In der Frömmigkeitsgeschichte führte dies zur Verehrung der sieben Schmerzen Mariens. Die symbolische Zahl Sieben steht für die Gesamtheit aller Schmerzen, für alles Leid der Welt. Unzählige Kapellen und Bildstöcke mit Darstellungen aus den Schmerzen Mariens sind seither zu einer „Not-Unterkunft“ für Menschen geworden und geben ihnen in ihrem Leid einen „Anhalts-Punkt“.
Am 15. August pilgern jedes Jahr am Nachmittag viele Gläubige zu Fuß zur Kirche in Neundorf, wo eine feierliche Andacht stattfindet. So starten etwa 100 Fußpilger um 14.15 Uhr ab St.Vith nach Neundorf, wo um 15.30 Uhr eine Andacht stattfindet, nachdem bereits um 14.30 Uhr die Andacht mit den Pilgern aus Aldringen, Maldingen, Braunlauf… stattgefunden hat. Am Abend ist um 20.00 Uhr die Schlussandacht und Lichterprozession durch die Kreuzweganlage.
Die Wallfahrt nach Neundorf geht auf die Zeit zurück, als das Dorf der Hauptort der Pfarre und des Hofes Neundorf war, der seit 888 urkundlich als Königshof „Nova villa“ bekannt ist. Die Neundorfer Kirche war die Pfarrkirche für das ganze Hofgebiet, einschließlich St.Vith, berichtet der Vorsitzende des Geschichtsvereins „Zwischen Venn und Schneifel“, Klaus-Dieter Klauser. Die Kirche entstand als Muttergottes-Kirche, wahrscheinlich an der Stelle eines heidnischen Quellheiligtums. Als Marienkirche erlangte das Gotteshaus schon sehr früh Bedeutung. Die auf diesen Titel geweihten Kirchen zählen allgemein zu den ältesten Gotteshäusern. Am 15. August zogen seit alters her mehrere Prozessionen zu dem wundertätigen Gnadenbild Mariens in der Kirche.

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