Montag, 3. September 2012

Wort Gottes für den Tag, 3. September 2012


Gott hat das Bescheidene und Kleine, das Zarte und Zerbrechliche erwählt, damit es antritt gegen alles, was sich aufbläht und zum Dienen unfähig ist.

Ein leuchtendes Vorbild als Diener seines Volkes ist Papst Gregor der Große gewesen, dessen Namensfest wir heute feiern. Er versuchte in seinem Leben, trotz seiner hohen Stellung diesen Weg des bescheidenen Dienstes zu gehen.

Papst Gregor, der im 6. Jahrhundert gewirkt hat, war nach heutigem Sprachgebrauch ein Multitalent. Neben seinen vielfältigen päpstlichen Aufgaben verfasste er bedeutsame Schriften, erneuerte die Liturgie und kümmerte sich um die Mission genauso wie um die bedürftigen Menschen vor Ort. Der Besitz der römischen Kirche war nach seiner Auffassung Eigentum der Armen, die er regelmäßig unterstützt hat.

Werfen wir noch einen Blick auf die Lesung 
aus dem ersten Korrintherbrief (1 Kor  4,1-2.5-7)

Seit Mitte der letzten Woche begleitet uns nun bis zum Samstag der 24. Woche der erste Brief des Apostels Paulus an die Korinther (genauer: der erste erhalten gebliebene Brief, denn Paulus hat schon früher nach Korinth geschrieben; vgl. 5,9). Da lohnt sich ein tieferer Blick auf die Situation dieser Christengemeinde und auf die Motivation ihres Gründers, einen so ausführlichen und grundlegenden Brief zu schreiben.

Dreimal war Paulus in Korinth. Zunächst konnte er Juden für das Evangelium Christi
gewinnen. Bald aber bestand die Gemeinde dieser wichtigen Handels- und Hafenstadt mehrheitlich aus Heidenchristen und war nach geographischer und religiöser Herkunft und sozialer Zugehörigkeit bunt gemischt. Ein „bunter Haufen“ also. Das bedeutet:

„Einheit" musste in dieser Christengemeinde ein vorrangiges Thema sein.

Paulus hatte aus Korinth diverse Nachrichten und eine Liste von Fragen erhalten. Er greift sofort die Parteibildung und den Rangstreit in der Gemeinde heraus. Denn - das sieht der Apostel vielleicht schärfer als die Betroffenen selbst - sie bringen diese sonst so lebendige Gemeinde (vgl. 1,4-9) in eine echte Krise.

Wie reagiert der Missionar und Gemeindegründer?

Er setzt nicht auf Appelle, nicht auf seine Autorität oder schlaue Argumente, sondern auf Christus, den Gekreuzigten. Seine Schwäche, das „Geheimnis der verborgenen Weisheit Gottes“ (2,7) und die Schwäche des Apostels sind Paulus „Beweis“ genug, dass es in der Gemeinschaft Christi nicht um Stärke und Vorrang gehen kann, sondern einzig um das Hören auf den Geist Christi. Er allein vermag die Gemeinde und jedes einzelne Mitglied richtig zu führen. Der Geist Christi, nichts anderes, ist maßgeblich für alle Verkündigung, alle Seelsorge, alle Fragen des Gottesdienstes und des Gemeindelebens und genauso in den Fragen des persönlichen Lebens. Dieser Geist Christi stiftet Einheit. Wo der Geist Christi fehlt, oder nicht gelebt wird, herrscht Streit und Zwietracht unter den Christen. Wo die Einheit fehlt, wird der Geist Christi verraten.

Ist dieser Brief angesichts der vielen Auseinandersetzungen in unserer Kirche nicht sehr aktuell?

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