Samstag, 4. Februar 2012

Die alte Botschaft


Die Botschaft Gottes ist zwar alt,
doch zeitlos, kräftig, voll Gehalt.
So öffne ihr, o Mensch, dein Ohr,
denn Gottes Heil stellt sie dir vor!

Du sagst auch von der Sonne nicht:
"Sie ist so alt, was soll ihr Licht?"
Noch immer brauchen wir die Kraft,
die leuchtet, wärmt und Leben schafft.

 

Donnerstag, 2. Februar 2012

Da sagte der liebe Gott


Wieder einmal waren der liebe Gott und Petrus
auf Wanderschaft durch die Regionen der Erde.
Und weil sie sich verlaufen hatten, fragten sie einen
Schäfer, der faul auf dem Rücken lag und sich ausruhte.
Weil er zu bequem war, auch nur den Mund aufzumachen,
hob er bloß seinen rechten Fuß ein kleines bisschen in die Höhe
und zeigte damit die Richtung, in die der Weg weitergehe.

Petrus war empört: “Was für ein fauler Kerl!
Nur gut, dass man solche Leute nicht alle Tage trifft.
Das könnte einem ja die Freude an den Menschen verderben!”

Gottvater schmunzelte, sagte aber kein Wort.
Kurze Zeit darauf trafen sie ein Mädchen,
Das fleißig auf dem Feld arbeitete.
Sie fragten es nach dem Weg - und es war gerne bereit.
“Ihr könnt euch hier leicht verlaufen.
Ich will lieber ein Stück mit euch gehen ...”
Es legte die Hacke hin
und begleitete die beiden ein ganzes Stück Weges.

Als sie wieder allein waren, sprach Petrus:
“Welch ein nettes und fleißiges Mädchen,
so zuvorkommend und dabei so frisch und sauber!
Die muss aber auch einen guten Mann kriegen!”
Da sagte der liebe Gott: “Sie kriegt den Faulpelz von Schäfer!”
“Was”, rief Petrus, “den faulen Schäfer?
Warum denn das?”
“Der eine muss den anderen Ergänzen”, sagte der Herr und schmunzelte.

Westfälische Legende

Mittwoch, 1. Februar 2012

2. Februar Darstellung des Herrn im Tempel


Vierzig Tage nach Christi Geburt feiern wir das Fest der Darstellung des Herrn im Tempel. Als Jesus von Maria und Josef in den Tempel gebracht wird, preist Simeon ihn als das Licht, das die Heiden erleuchtet. Aus diesem Grund segnen wir an diesem Tag die Kerzen, die für den Gottesdienst oder zu Hause benutzt werden.

Als acht Tage vorüber waren und das Kind beschnitten werden sollte, gab man ihm den Namen Jesus, den der Engel genannt hatte, noch ehe das Kind im Schoß seiner Mutter empfangen wurde. Dann kam für sie der Tag der vom Gesetz des Mose vorgeschriebenen Reinigung. Sie brachten das Kind nach Jerusalem hinauf, um es dem Herrn zu weihen, gemäß dem Gesetz des Herrn, in dem es heißt: Jede männliche Erstgeburt soll dem Herrn geweiht sein. Auch wollten sie ihr Opfer darbringen, wie es das Gesetz des Herrn vorschreibt: ein Paar Turteltauben oder zwei junge Tauben. In Jerusalem lebte damals ein Mann namens Simeon. Er war gerecht und fromm und wartete auf die Rettung Israels und der Heilige Geist ruhte auf ihm. Vom Heiligen Geist war ihm offenbart worden, er werde den Tod nicht schauen, ehe er den Messias des Herrn gesehen habe. Jetzt wurde er vom Geist in den Tempel geführt; und als die Eltern Jesus hereinbrachten, um zu erfüllen, was nach dem Gesetz üblich war,  nahm Simeon das Kind in seine Arme und pries Gott mit den Worten: Nun lässt du, Herr, deinen Knecht, wie du gesagt hast, in Frieden scheiden. Denn meine Augen haben das Heil gesehen, das du vor allen Völkern bereitet hast, ein Licht, das die Heiden erleuchtet, und Herrlichkeit für dein Volk Israel.

Sein Vater und seine Mutter staunten über die Worte, die über Jesus gesagt wurden. Und Simeon segnete sie und sagte zu Maria, der Mutter Jesu: Dieser ist dazu bestimmt, dass in Israel viele durch ihn zu Fall kommen und viele aufgerichtet werden, und er wird ein Zeichen sein, dem widersprochen wird. Dadurch sollen die Gedanken vieler Menschen offenbar werden. Dir selbst aber wird ein Schwert durch die Seele dringen.

Damals lebte auch eine Prophetin namens Hanna, eine Tochter Penuëls, aus dem Stamm Ascher. Sie war schon hochbetagt. Als junges Mädchen hatte sie geheiratet und sieben Jahre mit ihrem Mann gelebt; nun war sie eine Witwe von vierundachtzig Jahren. Sie hielt sich ständig im Tempel auf und diente Gott Tag und Nacht mit Fasten und Beten. In diesem Augenblick nun trat sie hinzu, pries Gott und sprach über das Kind zu allen, die auf die Erlösung Jerusalems warteten. Als seine Eltern alles getan hatten, was das Gesetz des Herrn vorschreibt, kehrten sie nach Galiläa in ihre Stadt Nazaret zurück. Das Kind wuchs heran und wurde kräftig; Gott erfüllte es mit Weisheit und seine Gnade ruhte auf ihm (Lk 2,21-40).

Es gibt im Leben heilende Momente, Lichtblicke. Da lacht mir jemand zu, schenkt mir ein gutes Wort. Und diese kurze Begegnung prägt vielleicht den ganzen Tag.

Für Simeon und Hanna – zwei alt gewordene Menschen – ist die Begegnung mit Jesus im Tempel ein ganz besonderes Ereignis, ein erfreulicher Moment. Hanna preist Gott und Simeon erblickt in dem Kind ein Licht, das allen Menschen leuchtet, das Heil. Diese Begegnung ist für die beiden Lichtblick und heilender Moment.

Mit den Kerzen, die wir heute entzünden haben, sagen wir: „Jesus ist mein Licht“. So machen wir uns die Nähe Gottes bewusst. Es ist wichtig, dass wir uns heute an dieses Licht – Jesus Christus – erinnern, um auch in den dunklen Zeiten unseres Lebens darum zu wissen. Gott ist da – die vielen Lichter der Kerzen künden heute von seiner Nähe. Dass wir doch diese froh machende Nähe unseres Gottes spüren dürfen – so wie Simeon und Hanna! Stefan Anzinger

Dienstag, 31. Januar 2012

Der neue Pfarrbrief ist da! Alle Gottesdienste auf einen Blick, hier im Blog des Pfarrverbands Reuland.


1. Februar  Wie schnell die Zeit vergeht! Schon ein Monat des Jahres 2012 gehört der Vergangenheit an. Der Monat beginnt frostig. Mit Minustemperaturen bis Minus 15 Grad müssen wir in den nächsten tagen rechnen. Das lässt die Heizkosten empor schnellen. Aber zu warm darf der Februar auch nicht sein denn eine Bauernregel sagt: Lichtmess (2. Februar) im Klee, Ostern im Schnee. Wenn die Meteorologen recht behalten müssen wir uns auf viel Schnee einstellen, denn sie erwarten für die kommenden Tage sehr viel Sonnenschein. Dazu weiß die Bauernregel zu sagen:  „Der Lichtmess-Sonnenschein bringt großen Schnee herein“ und weiter „Ist's Lichtmess licht, geht der Winter nicht“.

Schauen wir uns an, was liturgisch im Februar ansteht:


3. Februar Gedenktag des heiligen Blasius.  Bevor Blasius Bischof wurde, soll er Arzt in Sebaste (Türkei) gewesen sein. Seine unermüdliche Hilfsbereitschaft und Toleranz allen Menschen gegenüber, ob arm, ob reich, ob Christ oder Heide, sollen ihm zur Wahl zum Bischof verholfen haben. Zahlreiche Legenden haben seine Heilkraft zum Thema. Die bekannteste Erzählung berichtet, dass er während seiner Gefangenschaft in einem römischen Gefängnis einem jungen Mann, der an einer Fischgräte zu ersticken drohte, das Leben rettete.



Die drei fetten Donnerstage, das sind die Donnerstage vor Karneval stehen ganz im Zeichen der Möhnen, die an diesen Tagen die Schlipse (Krawatten) der Männer konfiszieren und ein Stück kürzer machen wollen.  Die Möhnen gehören zum Dorfbild unserer Eifel dazu wie der Karnevalsprinz nebst Hofstaat, die am Karnevalssonntag und Rosenmontag in Umzügen und Saalfeiern ausgelassen feiern und fröhlich sind. Am Veilchendienstag finden nur noch vereinzelt Umzüge statt. Stattdessen steht abends das traditionelle Heringsessen auf dem Programm. Und um Mitternacht ist dann „alles vorbei“, oder doch erst am Aschermittwoch?



Mit Aschermittwoch, 22. Februar,  beginnen wir die Vierzigtagezeit, die österliche Bußzeit. An Ostern feiern wir Jesu Tod und Auferstehung, das Fest unserer Erlösung. Zur Vorbereitung auf Ostern gehört, dass wir uns wieder mehr Gott zuwenden. Diese Vierzigtagezeit lädt uns ein, manches wegzulassen, was nicht notwendig ist, um neu zu entdecken, was uns wirklich gut tut.

Wir beginnen diese kommenden Wochen mit einem eindrucksvollen äußeren Zeichen, dem “Aschenkreuz“. Der Satz, mit der die Asche aufgelegt wird, lautet entweder: „Kehr um und glaub an das Evangelium!“ oder „Bedenke dass du Staub bist und zum Staub zurückkehrst“. Beide Sätze darf der Priester gebrauchen und jeder Satz hat seine spezifischen Eigenarten und legt den Schwerpunkt seiner Aussage etwas anders.

Kehr um und glaub an das Evangelium! Das meint: Alle Gebete, alles Fasten ist hinfällig, wenn die Grundhaltung nicht stimmt. Wenn ich nicht in dem Bewusstsein lebe dass l
etztendlich alles Heil aus dem Evangelium kommt. Jeden Tag, jeden Augenblick hab ich die Möglichkeit mein Leben am Evangelium auszurichten. Aber ich habe nicht ewig Zeit, denn mein Leben währt nicht ewig, ich werde wieder zum Staub der Erde zurückkehren da, wo ich herkomme.

Das Kreuz, das uns auf die Stirn gezeichnet wird, ist einerseits grausames Symbol des Todes, aber auch Zeichen der Hoffnung durch Jesu Auferstehung.

Die Asche ist nicht nur Zeichen der Vergänglichkeit, sondern auch seit alters her Reinigungsmittel. Und noch ein wichtiger Aspekt: Aus Staub und Asche entsteht auch neues Leben - vielleicht ein Hinweis darauf, dass wir auf dem Weg zu einem nie endenden Osterfest sind.
 
1. Fastensonntag: Ich muss mich entscheiden „Wenn Rebhuhn, dann Rebhuhn – wenn fasten, dann fasten“, soll die heilige Theresa von Ávila ausgerufen haben. Damit wollte sie sagen: Alles hat seine Zeit – und alles zur rechten Zeit. Seit dem Aschermittwoch bereiten sich Christen in besonderer Weise auf das höchste Fest vor. Von Ostern her bestimmt sich, was zu tun oder auch zu lassen ist: Wasser oder Wüste; weitermachen wie bisher oder umkehren wie noch nie.

Das Jahr 2012 ist ein sogenanntes Schaltjahr und beschert uns daher einen Tag mehr im Monat Februar. Die am 29. Februar geborenen dürfen sich freuen, denn nur alle vier Jahre dürfen sie ihren Geburtstag auf dem Tag genau feiern. Herzlichen Glückwunsch!

Heute erscheint der neue Pfarrbrief für den Monat Februar und natürlich die Gottesdienste im Pfarrverband Reuland HIER.

Sonntag, 29. Januar 2012

Unser tägliches Brot gib uns heute



Die Bitte die wir im Vater unser aussprechen hat eine besondere Position inne. Sie steht genau in der Mitte dieses Gebetes und sie ist der Übergang von den Bitten die Gott betreffen zu denjenigen die uns Menschen betreffen. Ging es bisher um die Bitten dass der Name Gottes verherrlicht werde oder dass sein Reich komme oder sein Wille in der Welt geschehe, so geht es nun um unsere Nöte. Es geht genau gesagt um das tägliche Brot, um das satt werden. Wir wissen alle wie wichtig diese Bitte ist, denn wir wollen keinen Hunger leiden, sondern jeden Tag uns, wenn möglich, wenigstens einmal satt essen.


Es geht also zunächst um das tägliche Brot, das wir uns vom Bäcker besorgen oder eventuell selber backen. Wenn wir diese Bitte aber richtig verstehen wollen müssen wir uns lösen von der reinen Brotbitte. Jesus sagt kurz nach seiner Taufe, bei der Versuchung durch den Satan in der Wüste: „Der Mensch lebt nicht nur von Brot, sondern von jedem Wort, das aus Gottes Mund kommt“ (Mt 4,4; vgl. Dtn 8,3). Damit will er den Jüngern und uns sagen: Die Brot-Bitte meint nicht nur das Brot, sondern alles was wir zum Leben brauchen: Kleidung, eine Arbeitsstelle, eine Wohnung; kurz, all das was wir zu einem menschenwürdigen Leben brauchen.

Das Zitat Jesu, das er dem Teufel entgegenhält „Der Mensch lebt nicht nur von Brot, sondern von jedem Wort, das aus Gottes Mund kommt“ will darüber hinaus noch sagen, dass wir uns bei dieser Bitte auch ein wenig lösen müssen von dem rein materiellen. Die Bitte um Brot kann auch bedeuten, dass Gott mir den Sinn meines Lebens erschließt. Es kann bedeuten die Bitte um eine Familie um Freunde, um gute Beziehungen. Denn was nützt es mir wenn ich mir jeden Tag den Bauch voll schlagen kann, aber keinen Menschen habe mit dem ich vertrauensvoll reden kann?

Und noch etwas: Diese Vater unser Bitte „unser tägliches Brot gib uns heute“ spricht von unserem Brot. Also nicht nur von meinem Brot. Es ist also wichtig, dass man betet um das tägliche Brot für alle. Denn wir wissen, es gibt viel Hunger in der Welt. Es gibt viele Kinder, die hungrig zur Schule gehen und abends hungrig zu Bett. Es ist ein Skandal, dass eine kleine Minderheit auf der Welt die Reichtümer der Erde in Händen hält und kontrolliert, während andere nichts zu essen haben. Dabei ist die Fruchtbarkeit dieser Erde  durch bessere Arbeitsmethoden und durch Düngemittel im letzten Jahrhundert so erstaunlich gestiegen, dass jeder Mensch satt werden könnte.

Wir hören oft die Frage: Wie kann Gott das zulassen? Wie kann Gott zulassen, dass kleine Kinder vor Hunger sterben? Ich glaube, die Frage ist falsch gestellt. Gott hat die Welt reich genug erschaffen, um die Menschen zu ernähren. Gott hat seinen Tisch reich genug gedeckt, damit es für alle reicht. Vom Willen des Schöpfers her hat der Hunger keine Daseinsberechtigung auf der Erde. Aber: Die gerechte Verteilung des Reichtums seiner Schöpfung hat er dem Menschen anvertraut und da liegt das Problem. Es gibt da einige, Raffer, die den Rachen nicht voll bekommen.

Erinnern wir uns an die schöne Geschichte aus der Heiligen Schrift, als die Israeliten durch die Wüste zogen, da hatten sie Hunger. Sie murrten gegen Mose und gegen Gott.  Moses betete zu Gott und dieser ließ während der Nacht Manna auf die Erde fallen, so dass die Israeliten satt wurden. Gott gab ihnen aber die Anweisung immer nur soviel zu sammeln wie sie für einen Tag für ihre Familie brauchten, alles andere würde verderben. Hier wird schon deutlich: Wir sollen nicht raffgierig werden, sondern Gott zutrauen, dass er jeden Tag für uns sorgt. Beten wir also jeden Tag voll Vertrauen: Unser tägliches Brot gib uns heute.