Samstag, 18. August 2012

Ein Gott aus Fleisch und Blut _ Gedanken zum 20. Sonntag im Kirchenjahr



Ich bin das lebendige Brot, das vom Himmel herabgekommen ist. Wer von diesem Brot isst, wird in Ewigkeit leben. Das Brot, das ich geben werde, ist mein Fleisch, (ich gebe es hin) für das Leben der Welt. Da stritten sich die Juden und sagten: Wie kann er uns sein Fleisch zu essen geben? Jesus sagte zu ihnen: Amen, amen, das sage ich euch: Wenn ihr das Fleisch des Menschensohnes nicht esst und sein Blut nicht trinkt, habt ihr das Leben nicht in euch. Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, hat das ewige Leben, und ich werde ihn auferwecken am Letzten Tag. Denn mein Fleisch ist wirklich eine Speise und mein Blut ist wirklich ein Trank. Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, der bleibt in mir und ich bleibe in ihm. Wie mich der lebendige Vater gesandt hat und wie ich durch den Vater lebe, so wird jeder, der mich isst, durch mich leben. Dies ist das Brot, das vom Himmel herabgekommen ist. Mit ihm ist es nicht wie mit dem Brot, das die Väter gegessen haben; sie sind gestorben. Wer aber dieses Brot isst, wird leben in Ewigkeit (Joh 6,51-58).

Seit einigen Sonntagen werden als Evangelientext die sogenannten „Brotreden" vorgetragen. Es wird versucht, Missverständnisse aufzuklären, und das christliche Verständnis des Herrenmahls wird in unverminderter Schärfe wiederholt: „Wenn ihr das Fleisch des Menschensohns nicht esst und sein Blut nicht trinkt, dann habt ihr das Leben nicht in euch". Das heißt klipp und klar: Wer am “Leben“ Anteil haben will, der muss auch an der Eucharistie teilnehmen. 


Es geschieht so viel in der Eucharistiefeier, dass wir zunächst einmal klären müssen, wann genau dieser Zeitpunkt ist, wo sich das Brot in den Leib Christi wandelt. Ich sage das, weil ich weiß, dass erstaunlicherweise viele Kinder nicht mehr wissen, wann sich die Wandlung vollzieht.  Fangen wir vorne an. Die Messdiener bringen Brot und Wein zum Altar.  Die Gaben sind zu diesem Zeitpunkt also noch Brot und Wein. Die Wandlung in Leib und Blut geschieht mit den Worten: Nehmet und esset alle davon, das ist mein Leib, der für euch hingegeben wird und nehmet und trinket alle daraus, das ist der Kelch des neuen und ewigen Bundes mein Blut, das für euch und für alle vergossen wird zur Vergebung der Sünden. Tut dies zu meinem Gedächtnis. Das sind die Worte, die Jesus beim letzten Abendmahl zu seinen Jüngern sagte.

Wenn der Priester in der Eucharistiefeier diese Worte sagt, so sind es nicht mehr seine Worte, sondern es sind die Worte des Herrn und sie bewirken die Verwandlung von Brot in den Leib Jesu und von Wein in das Blut Jesu. Damit schmecken sie allerdings nicht anders. Der Geschmack des Brotes bleibt nach wie vor der Wandlung gleich. Aber es verändert sich die Wirklichkeit. Wir glauben, dass es nun der Leib Jesu Christi ist den wir aufnehmen.

Nicht nur das Brot verändert seine Wirklichkeit,
auch wir selbst verändern uns,
wenn wir den Leib Christi in uns aufnehmen.
           
Als Jesus sagte, wir sollten sein Fleisch essen und sein Blut trinken, befahl er uns damit, Herz und Geist mit seiner Menschlichkeit zu nähren und unser Leben durch sein Leben neu zu beleben, bis wir vom Leben Gottes ganz durchtränkt und durchdrungen und ganz gesättigt und erfüllt sind.

Jesus wollte nicht nur 33 Jahre lang für die Menschen von damals greifbar sein, sondern für die Menschen zu aller Zeit. Aus diesem Grund hat er das Sakrament gestiftet, in dem er sich selbst den Seinen als Speise gibt. Mit Leib und Seele, mit Fleisch und Blut will er im Brot der Eucharistie bei uns sein. Bis ans Ende der Zeiten. Um dies ganz klar zu machen hat er in seiner Rede das Brot mit seinem Fleisch gleich gesetzt. Am Ende seiner Rede stellt er heute noch einmal klar: Glauben ist mehr, viel mehr, als bloß mit dem Kopf und dem Verstand bestimmte Aussagen zu bejahen. Glauben ist auch mehr, als sich im Überschwang der eigenen Gefühle als „Jesus-Jünger“ zu bekennen. Glauben heißt: mit Jesus ganz und gar eins werden. Christen, das sind Leute, die von dem Leben und der Liebe ihres Jesus Christus beseelt sind. Christen sind Menschen, denen das Denken und Handeln, das Leben und Lieben Jesu buchstäblich „in Fleisch und Blut“ übergegangen ist.

Donnerstag, 16. August 2012

Wort Gottes für den Tag, 17. August 2012


Man führte die Apostel herbei und stellte sie vor den Hohen Rat. Der Hohepriester verhörte sie und sagte: Wir haben euch streng verboten, in diesem Namen zu lehren; ihr aber habt Jerusalem mit eurer Lehre erfüllt; ihr wollt das Blut dieses Menschen über uns bringen.

Petrus und die Apostel antworteten: Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen.
Der Gott unserer Väter hat Jesus auferweckt, den ihr ans Holz gehängt und ermordet habt. Ihn hat Gott als Herrscher und Retter an seine rechte Seite erhoben, um Israel die Umkehr und Vergebung der Sünden zu schenken. Zeugen dieser Ereignisse sind wir und der Heilige Geist, den Gott allen verliehen hat, die ihm gehorchen. Als sie das hörten, gerieten sie in Zorn und beschlossen, sie zu töten.

Worauf hören wir? An was orientieren wir uns, was beeinflusst unser Denken, Reden und Tun? Können wir dem Petrus zustimmen, wenn er sagt: Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen?

Auf Menschen hören ist oft das Einfachere. Wenn ich das tue, was andere von mir erwarten, erfahre ich Zustimmung und wenig Widerspruch, werde gelobt und anerkannt. Aber schnell fühle ich mich ausgenutzt, wie ein Fähnchen im Wind hin- und herbewegt von den Erwartungen der anderen Menschen an mich.

Wenn ich auf Gott höre und entsprechend rede und handle, ist das nicht immer bequem, weil das, was Gott will, nicht immer das ist, was gerade ankommt, was gerade „in“ ist. Es ruft oft Widerspruch hervor. Aber ich spüre dann auch, dass mein Leben eine klare Orientierung hat, ein festes Fundament, das mir Halt und Richtung gibt, gerade auch in den widersprüchlichen Erwartungen der anderen Menschen an mich.

Gott mehr zu gehorchen als den Menschen, ist nicht immer einfach. Es erfordert manchmal viel Mut und Kraft.

Montag, 13. August 2012

Wort Gottes für den Tag, 14. August 2012

Aus dem Buch der Weisheit: Es gibt keinen Gott außer dir, der für alles Sorge trägt; daher brauchst du nicht zu beweisen, dass du gerecht geurteilt hast. Deine Stärke ist die Grundlage deiner Gerechtigkeit und deine Herrschaft über alles lässt dich gegen alles Nachsicht üben. Stärke beweist du, wenn man an deine unbeschränkte Macht nicht glaubt, und bei denen, die sie kennen, strafst du die trotzige Auflehnung. Weil du über Stärke verfügst, richtest du in Milde und behandelst uns mit großer Nachsicht; denn die Macht steht dir zur Verfügung, wann immer du willst. Durch solches Handeln hast du dein Volk gelehrt, dass der Gerechte menschenfreundlich sein muss, und hast deinen Söhnen die Hoffnung geschenkt, dass du den Sündern die Umkehr gewährst (Weish 12,13.16-19).

Justizia
Vielleicht habt auch ihr schon Menschen getroffen, von denen ihr sagt: “Er oder sie weiß sein Leben souverän zu gestalten. Dies können Menschen sein, die sich nicht gleich von jeder Meinung beeinflussen lassen, die selbständig eine eigene Meinung finden, die andererseits aber auch so tolerant sind, dass sie ihr eigenes Leben nicht zum Maßstab für eine allgemeine Ethik machen.


Toleranz - diesen Begriff führen wir zwar alle im Munde aber ich bezweifle, dass wir ihn auch wirklich schon verinnerlicht haben. Wir sind meist so lange tolerant, wie uns die Meinung oder das Verhalten der anderen nicht stört.



In dem kleinen Ausschnitt aus dem Buch der Weisheit wird uns Gott als sehr tolerant vorgestellt. Es wird da gesagt, dass er ein “menschenfreundlicher Gott“ ist. Er richtet in Milde und behandelt uns mit großer Nachsicht und gewährt uns immer wieder die Chance zur Umkehr. Dieses Gottesbild treffen wir sehr oft in der Bibel an, leider ist es nicht immer in rechtem Maße den Menschen vermittelt worden.


Für das Buch der Weisheit ist Gott der ganz andere; er ist die Toleranz in Person, nicht weil er schwach ist, sondern weil er stark und souverän ist. Er steht eben über allem, so, wie ich eingangs sagte, wie wir manche Menschen auch kennen, die in sich selbst fest stehen und nicht beeinflussbar sind. Eben diese Stärke gibt ihnen die Möglichkeit anderen gegenüber tolerant zu sein, aber auch zu richten so wie es ihm recht ist.

Sonntag, 12. August 2012

Marienfeiern am 15. August in der Eifel




Schönberg: Den Rosenkranz als Meditationsart neu entdecken
von Lothar Klinges
Wir leben in einer technisierten und oft allzu rationalistischen Welt. Einkehr und Meditation sind heute sehr gefragt. Viele Menschen wenden sich den Meditationsweisen zu, um zu ihrem Menschsein zu finden. Die Kirche bietet aus ihrer langen Erfahrung einen Weg der Meditation an, die allen Christen zugänglich ist.
Im Rosenkranz kann der Christ zu einem ruhigen Schauen der Glaubensgeheimnisse und so zu einer frohen Erkenntnis des Christseins kommen. Den Rosenkranz beten ist nicht jedermanns Sache. Aber es lohnt sich, diese Form der Meditation einmal anders oder von innen her kennen zu lernen, auch wenn er später nicht zu unserem alltäglichen Gebetsschatz gehört.
Dazu lädt die Pilgerstätte in Schönberg in diesem Jahr ein. Entlang dieses alten Gebetes sind die Gläubigen eingeladen, das Leben Jesu zu betrachten. Auch in diesem Jahr hoffen die Verantwortlichen der Grottenanlage in Schönberg erneut zahlreiche Pilger aus Nah und Fern begrüßen zu dürfen.
Seit 73 Jahren
Im Jahre 1939 wurde die Lourdesgrotte in Schönberg eingeweiht durch Pfarrer und Initiator Franz Darcis. Doch ohne die tatkräftige Hilfe so vieler Mitchristen und der großzügigen Spendenbereitschaft der damals doch armen Bevölkerung wäre dieses Werk wohl nie zustande gekommen.
Alles fing an mit dem Wunsch des damaligen Pfarrers, eine kleine Lourdesgrotte im Pfarrgarten zu errichten zur persönlichen Verehrung.  Bei der Bevölkerung stieß Pfarrer Darcis auf offene Ohren. Kein Wunder in der damaligen Zeit. Krieg lag in der Luft. Noch war der erste Weltkrieg nicht vergessen. In dieser Not sich an Maria auf besondere Art und Weise wenden zu dürfen, war den Menschen ein willkommenes Geschenk. „Möge Maria uns vor diesem Krieg bewahren!“ so mag wohl die Bitte so manches Christen an der Lourdesgrotte geklungen haben.
Am Mittwoch, dem 15. August, wird um 8.45 Uhr die feierliche Eucharistie den Festtag einläuten. 
Um 14.30 Uhr startet die Marienprozession von der Kirche aus und führt durch die herrliche Anlage des Kreuzweges. Diese Feier wird ihren Abschluss wieder in der Kirche finden, wo dann bis zum Abend jede und jeder die Möglichkeit hat, in Stille zu beten. Am Abend findet um 20.30 Uhr die Lichterprozession statt. Dazu versammeln sich die Pilger an der Grotte. Kerzen sind vor Ort erhältlich.
Die Verantwortlichen  so wie die gesamte Pfarre Schönberg laden alle Menschen von nah und fern herzlich ein, an diesem Tag eine große Glaubensgemeinschaft zu bilden, die einander trägt, ermutigt und herausfordert.   

Marienfeier in Neundorf
Zu Maria pilgern, der “Weggefährtin in vielen Nöten”

Am 15. August wird den Pilgern in Neundorf eine junge Frau vor Augen geführt, die in einer Notlage war. Sie erwartete ein Kind und der Engel Gabriel hat Maria auf ihre Verwandte Elisabeth aufmerksam gemacht, wo sie eine Notunterkunft fand, um mit der Situation umgehen zu können. Auch heutzutage suchen  Menschen in ihrer Not eine Unterkunft, jemanden, der ihre Situation versteht und ein offenes Ohr hat. Das Alleinsein, keinen Menschen zu haben, dem man seine Not anvertrauen kann, ist die eigentliche Not.
Rektor Ludwig Hilger vom Pfarrverband Burg-Reuland  wird mit den zahlreichen Gläubigen in Neundorf über die „Sieben Schmerzen Mariens“ nachdenken. Als im 14. Jahrhundert in Europa die Pest wütete und ihr ein Drittel der Bevölkerung zum Opfer fiel, begann man, Szenen aus dem Leben Marias zusammenzustellen, die ihre Nöte darstellten. In der Frömmigkeitsgeschichte führte dies zur Verehrung der sieben Schmerzen Mariens. Die symbolische Zahl Sieben steht für die Gesamtheit aller Schmerzen, für alles Leid der Welt. Unzählige Kapellen und Bildstöcke mit Darstellungen aus den Schmerzen Mariens sind seither zu einer „Not-Unterkunft“ für Menschen geworden und geben ihnen in ihrem Leid einen „Anhalts-Punkt“.
Am 15. August pilgern jedes Jahr am Nachmittag viele Gläubige zu Fuß zur Kirche in Neundorf, wo eine feierliche Andacht stattfindet. So starten etwa 100 Fußpilger um 14.15 Uhr ab St.Vith nach Neundorf, wo um 15.30 Uhr eine Andacht stattfindet, nachdem bereits um 14.30 Uhr die Andacht mit den Pilgern aus Aldringen, Maldingen, Braunlauf… stattgefunden hat. Am Abend ist um 20.00 Uhr die Schlussandacht und Lichterprozession durch die Kreuzweganlage.
Die Wallfahrt nach Neundorf geht auf die Zeit zurück, als das Dorf der Hauptort der Pfarre und des Hofes Neundorf war, der seit 888 urkundlich als Königshof „Nova villa“ bekannt ist. Die Neundorfer Kirche war die Pfarrkirche für das ganze Hofgebiet, einschließlich St.Vith, berichtet der Vorsitzende des Geschichtsvereins „Zwischen Venn und Schneifel“, Klaus-Dieter Klauser. Die Kirche entstand als Muttergottes-Kirche, wahrscheinlich an der Stelle eines heidnischen Quellheiligtums. Als Marienkirche erlangte das Gotteshaus schon sehr früh Bedeutung. Die auf diesen Titel geweihten Kirchen zählen allgemein zu den ältesten Gotteshäusern. Am 15. August zogen seit alters her mehrere Prozessionen zu dem wundertätigen Gnadenbild Mariens in der Kirche.