Freitag, 24. August 2012

Aufruf zur Wachsamkeit


Seid also wachsam! Denn ihr wisst nicht, an welchem Tag euer Herr kommt.  Bedenkt: Wenn der Herr des Hauses wüsste, zu welcher Stunde in der Nacht der Dieb kommt, würde er wach bleiben und nicht zulassen, dass man in sein Haus einbricht. Darum haltet auch ihr euch bereit! Denn der Menschensohn kommt zu einer Stunde, in der ihr es nicht erwartet (Mt 24,42-44).


Das Evangelium ruft uns heute eindringlich zur Wachsamkeit auf und warnt angesichts des unbekannten Zeitpunkts der Vollendung der Welt vor allzu sorglosem, unachtsamem Umgang mit der Zeit. Die Wiederkunft des Herrn ist zwar ein adventliches Motiv, doch es prägt das ganze Kirchenjahr.

Der heutige Tagesheilige hat wachsam und klug gelebt und sein Herz an Gott fest gemacht. Der heilige Ludwig, im 13. Jahrhundert König von Frankreich, nahm die Verantwortung für sein Volk sehr ernst, half den Armen und förderte die Gerechtigkeit in seinem Land.



Aber wenn er nun morgen schon kommt?

Dann wäre ja heute der letzte Tag meines Lebens!

Das kann, das darf doch nicht sein – was müsste ich nicht noch alles tun: versöhnen; wiedergutmachen; Verwandte, Freunde, Kranke besuchen; Besitz verteilen; Kleidung verschenken; beten; vielleicht vorsichtshalber noch beichten?

Herr Jesus Christus, verzeih mir meine Sorglosigkeit und dass ich dachte, du wirst dir schon Zeit lassen mit deinem Kommen. Hilf mir, meinen Blickwinkel zu verändern und schon jetzt verantwortlich und zuverlässig treu zu handeln.

Donnerstag, 23. August 2012

Glaubst du an den Himmel?


Den heutigen Menschen des Internet-Zeitalters erscheinen Vorstellungen über den Himmel überwiegend so, als stammten sie aus der Steinzeit, als religiöse Folklore um Menschen dumm zu halten. Die ldee eines Weiterlebens nach dem Tode sei zudem unseriös und etwas für die letzten naiven Frommen. Trotzdem: Der Gedanke an den eigenen Tod quält doch viele. Aber weil die Sprache vom Himmel für so viele unverdaulich, oder auch zu naiv ist, sucht man nach Alternativen:
- Die einen sagen: Tot ist Tot. Man lebt wenigstens in seinen Kindern fort. Bei dieser Sichtweise scheint für die armen Junggesellen nichts vorgesehen zu sein.

- Die anderen sagen, ich schaffe mir etwas Großes, ein Denkmal. Z. Bsp. die Häuser die ich gebaut habe, die überdauern mich und darin lebe ich weiter. Nun: Das mag ja sehr nett zu sein, so zu denken... Aber Hand aufs Herz: Manche sind schon vergessen, ehe sie im Grab liegen. Die Hauser und die Grundstücke will man zwar gerne erben, aber sehr schnell ist man in Vergessenheit geraten. Da geht es den Vätern und Müttern nicht viel besser als den Junggesellen.

Wir merken, wer auf einem dieser Wege sein Weiterleben, sein Andenken sichern will, setzt sich einer enormen Kraftanstrengung aus. Er muss bereits heute hart dafür arbeiten, dass er nach seinem Tode... zumindest für einige Jahre nicht vergessen ist. Was also tun, um nicht in die endgültige Vergessenheit zu verschwinden? Welche Möglichkeiten bleiben denn noch, sich vor dem Tod zu retten? Vielleicht kann uns folgende Geschichte weiterhelfen:

Lupinchen starb eines natürlichen Todes. Lupinchen war Lisa-Maries Meerschweinchen. Sie fand ihren Tod zu Hause im Stall. Lisa-Maries Trauer kannte keine Grenzen. Doch ihre Tränen vermochten das Unabwendbare nicht zu ändern. Lupinchen bekam seine letzte Ruhestätte in einer Ecke des heimischen Gartens. Mit ihrer Kinderschaufel begrub sie Lupinchen und versah das Grab mit einem selbst gebastelten Kreuz und einer Begonie. Dies war das erste Mal, dass Lisa-Marie fühlbar mit dem Tod konfrontiert wurde. Doch ihrer Mutter gelang es erfolgreich, sie zu trösten. Lupinchen sei nun im Himmel, versicherte sie Lisa-Marie, es gäbe dort ausreichend Futter; ihr gehe es bestimmt gut. Und als sie Lisa-Marie darüber hinaus erklärte, dass im Himmel auch Kinder seien, die sich um sie kümmerten, war Lisa-Marie aufs Erste beruhigt.

„Wir rührend... wie naiv“, werdet lhr denken, derart einfältig vom Himmel und von einem Leben nach dem Tode zu reden. Ein Himmel für Meerschweinchen? Aber lassen wir uns nicht in die Irre führen. Diese Mutter hat gut daran getan ihrem Kind vom Himmel zu erzählen. Auch die Bibel spricht in Bildern über den Himmel: Die Bibel malt den Himmel in bunten Bildern aus: Sie spricht von "grünen Auen" und "Wassern des Lebens". Für die Bibel ist der Himmel wie ein großartiges Hochzeitsmahl, oder wie ein Ort, wo "Lamm und Löwe friedlich beieinander liegen", wo "Lahme Luftsprünge" machen und Blinde die Farbenpracht bestaunen. Aber wie gesagt: nur Bilder, menschliche Vorstellungen.

Es gibt eine mittelalterliche Erzählung von zwei Mönchen die das deutlich macht. Beide malten sich das Paradies in ihrer Phantasie in den glühendsten Farben aus und versprachen sich gegenseitig, dass der, welcher zuerst sterben würde, dem anderen im Traum erscheinen und ihm sagen solle wie es im Himmel ist. Weil Mönche schweigsame Menschen sind, sollte so wenig wie möglich gesprochen werden. Entweder ,,es ist so“ - d. h. es ist so, wie wir uns das vorgestellt haben, oder „es ist nicht so“ – es ist anders, als wir es uns vorgestellt haben. Als nun der erste gestorben war, erschien er dem anderen im Traum. Aber er sagte sogar einen längeren Satz: „Es ist so und doch total anders, als in unserer Vorstellung. “

Die christliche Hoffnung geht weit über das hinaus, was Menschen sich vorstellen können. Das Leben bei Gott besteht in weit mehr, als nur im Weiterleben in den Gedanken und Herzen der Menschen. Das Dasein bei Gott wird sich mit nichts bisherigem vergleichen lassen können. Jesus lässt uns wissen, dass die Auferstandenen den Engeln gleich sein werden.

Wir könen uns das ewige Leben bei Gott in vielen Facetten und Bildern vorstellen. Aber es wird total anders sein. Lassen wir uns deshalb nicht davon abhalten an einen Himmel zu glauben.

Mittwoch, 22. August 2012

Eine heilsame Begegnung


Es gibt Begegnungen im unserem Leben, die sind so nachhaltig, dass sie unseren weiteren Lebensweg mitbestimmen. _Von einer solchen Begegnung hören wir im Evangelium. Der Evangelist Lukas berichtet dort von der Auswirkung der Begegnung Jesu mit dem Oberzöllner Zachäus.

Jesus im Haus des Zöllners Zachäus

Dann kam er nach Jericho und ging durch die Stadt. Dort wohnte ein Mann namens Zachäus; er war der oberste Zollpächter und war sehr reich. Er wollte gern sehen, wer dieser Jesus sei, doch die Menschenmenge versperrte ihm die Sicht; denn er war klein. Darum lief er voraus und stieg auf einen Maulbeerfeigenbaum, um Jesus zu sehen, der dort vorbeikommen musste. Als Jesus an die Stelle kam, schaute er hinauf und sagte zu ihm: Zachäus, komm schnell herunter! Denn ich muss heute in deinem Haus zu Gast sein. Da stieg er schnell herunter und nahm Jesus freudig bei sich auf.

Als die Leute das sahen, empörten sie sich und sagten: Er ist bei einem Sünder eingekehrt. Zachäus aber wandte sich an den Herrn und sagte: Herr, die Hälfte meines Vermögens will ich den Armen geben, und wenn ich von jemand zu viel gefordert habe, gebe ich ihm das Vierfache zurück. Da sagte Jesus zu ihm: Heute ist diesem Haus das Heil geschenkt worden, weil auch dieser Mann ein Sohn Abrahams ist. Denn der Menschensohn ist gekommen, um zu suchen und zu retten, was verloren ist.

Vielleicht haben Sie selbst in einem Beichtgespräch oder in anderen vertraulichen Gesprächen die Erfahrung machen dürfen, wie gut es tut, wie erlösend es sein kann, wenn Ihr Gesprächspartner Ihnen unvoreingenommen und wohlwollend begegnet. Wenn jemand vor ihnen sitzt, der anerkennt, das das Leben brüchig ist, und manche Gelegenheit bietet, schuldig zu werden, etwas falsch zu machen. Jemand der nicht verurteilt und moralisch den Zeigefinger hebt, sondern erst einmal zuhört, nachfragt und verstehen will.

Weil Zachäus in Jesus einem solchen Menschen begegnet ist, hat er sein Leben verändert. Seither er ein Anderer geworden! Die Werte, die im Leben bis dahin wichtig waren, haben sich verschoben. Hier konkret bei Zachäus: Die Gier nach Macht und nach Ansehen und Geld ist dem Bewusstsein gewichen, dass andere viel wervollere Qualitäten unser menschliches Leben tragen wie: Freundschaft, Liebe, Wohlbehagen, Harmonie, Bescheidenheit. So werden plötzlich manche Dinge klein und winzig, die wir bisher als unumstößlich und weltbewegend angesehen haben.

Zachäus ist ein Beispiel für einen Menschen, der diesen Blickwechsel vollzogen hat. Dabei hat er die Hilfe Jesu in Anspruch genommen. Und damit sind wir bei der Kernaussage des heutigen Evangeliums: Jesus vermag zu heilen, vorausgesetzt wir lassen es zu.

Wovon will er uns denn heilen?

Das kann vieles sein, was er bei uns heilen will. Das kann der übermäßige Egoismus in uns sein, das kann das fremdgehen in der Ehe sein. Das kann jede Form von Sucht sein, Alkoholsucht, Spielsucht, Sexsucht, das kann der Hang zur Lüge sein und vieles mehr.

Wenn Jesus sagt, dass er gekommen ist unsere Krankheiten zu heilen, dann geht es ihm darum uns aufzuzeigen, dass wir uns von Gott getrennt haben und dass es darum gehen muss, diese Trennung wieder aufzuheben, mit Gott wieder ins Reine zu kommen. Denn genau dazu ist ER in diese Welt gekommen! Jesus möchte, dass kein Menschenleben verloren geht.

Ist das nicht wunderbar. Jesus gibt niemanden auf. Jeder ist wertvoll, auch dieser Mann, der als Sünder bekannt war. Jesus hat nicht gesagt: Du musst dein böses Tun erst abstellen, dann erst kann ich zu dir ins Haus kommen. Er hat nicht gesagt, beweise mir erst, dass du es ernst nimmst mit deiner Umkehr. Er hat auch nicht gesagt, du bist zu klein oder du siehst nicht gut aus. Er hat sich auch nicht vom Murren der Umstehenden abhalten lassen, nein, er sagt nur: Zachäus komm herunter, ich muss heute in deinem Haus zu Gast sein.

Das ist eine der schönsten Geschichten der Bibel und sie beschreibt sehr treffend wie unser Gott ist: Jeden von uns schaut er an, auch wenn wir meinen wir seien nicht würdig, angesichts unserer Lebensweise, angesichts unserer Vergangenheit. Zu jedem, jeder von uns sagt er: “Ich möchte heute zu dir nach Hause kommen.” Niemand ist hier, der nicht gut genug ist, niemand ist hier, dessen Lebensgeschichte Jesus abstößt, nein, er sagt es an dieser Evangelienstelle noch einmal sehr deutlich: “Der Menschensohn ist gekommen, um zu suchen und zu retten, was verloren ist.” 

Nimm Jesus an, als deinen Retter, nimm ihn an als denjenigen, der dich heilen kann. Sag es ihm, komm Herr, komm Jesus, und sprich: “Herr, ich bin nicht würdig, aber sprich nur ein Wort und meine Seele wird gesund.“ Jesus will in deinem Herzen wohnen, er geht mit dir nach Hause in deine Dunkelheiten. Deine Dunkelheit wird vor seinem Licht verschwinden und er sagt zu dir: Fürchte dich nicht. Glaube nur!

Liebe Christen, das ist unser Vertrauen: der Herr Jesus Christus vermag zu heilen und zu befreien, mehr noch, er will es auch tun für alle, die sich ihm öffnen und ihr Vertrauen ganz auf ihn setzen. Die Geschichte des Zachäus lädt uns ein, mit wachen Sinnen durch unser Leben zu gehen und den Zeitpunkt nicht zu verpassen, an dem Jesus zu uns sagt: „Heute muss ich in deinem Haus zu Gast sein

Zachäus, der Bäumling

Ich sitze im Baum auf einem Ast,_
ich bin nur klein und er ist so groß._
Wir tragen beide eine Last,_
der Baum trägt mich, ich Sorgen bloß._

Der Baum ist schön, der Baum ist gut,_
im Baum zu sitzen macht mir Mut.
Ich meide das Licht und liebe den Schatten,
_im Baum, im Schatten will ich sein,_
und die, die mich gefürchtet hatten,_
die stehen unten dichtgedrängt und klein.
Mich im Schatten sieht man nicht,_ich sitze allein.

Sie stehen im Licht.
Man liebt mich nicht _
und will mich auch nicht sehen
_sie verachten mich schlicht,
keiner will zu mir stehen.
Ich bin allein so wie ich bin,
_allein zu sein macht keinen Sinn.

Wir warten alle auf einen Mann,_
da vorne kommt er durch die Massen,_
es heißt, dass er Leben verändern kann, _
dann müsste ich ja meinen Schatten verlassen.

Ich will ihn nur sehn, beim vorübergehen.
Der Baum gibt mir Geborgenheit, _
doch vor meinem Baum hält Jesus an,_
er redet von tiefer Veränderbarkeit,_
ich bin ganz nah an Jesus dran.

Jetzt trifft mich sein Blick,_
er meint mich, es gibt kein Zurück.
Dann spricht er mich an,_
mein Versteck ist erkannt,_
Jesus selbst hat mich dann _
bei meinem Namen genannt.

Er holt mich vom Rand in die Mitte hinein,
_das muss Gottes Liebe sein.

Reiner Schnebel, in: http://frommechaoten.de/
bezirksjugend/impulsecke/balladen.php?i=0502


Montag, 20. August 2012

Wort Gottes für den Tag, 21. August 2012


Ein Gesetzeslehrer, wollte Jesus auf die Probe stellen und fragte ihn: Meister, welches Gebot im Gesetz ist das wichtigste? Er antwortete ihm: Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit all deinen Gedanken. Das ist das wichtigste und erste Gebot. Ebenso wichtig ist das zweite: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. An diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz samt den Propheten (Mt 22,34-40).

Gottes und Nächstenliebe werden uns als die zwei Grundpfeiler unseres Glaubens vorgestellt. Alles entscheidet sich an der Liebe, die keine schöne Theorie ist, sondern sich konkret zeigt. Unsere Liebe zu Gott wird sich darin zeigen, ob wir ihm alles, wirklich alles anvertrauen. Das lese ich aus der Aufforderung: Gott lieben, mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit all deinen Gedanken. Ihm kann und muss ich alles „hinhängen“: die Freude über das Gelungene, die Hoffnung auf Besserung, aber auch den Ärger über Erlittenes und auch die Wut über manches, was ich nicht verstehe in Welt und Kirche, mein Vertrauen und meinen Zweifel.

Und wer von uns möchte nicht geliebt werden, wer möchte und kann verzichten auf die Zeichen der Liebe, wenn ich allein nicht mehr weiterkomme, wenn ich an mir selber zweifle, wenn alles ohne Sinn erscheint. Da sind wir alle gleich – und mein Nächster ist wie ich: liebebedürftig. Deshalb legt uns Jesus auch dieses Gebot ans Herz: Liebe deinen Nächsten wie dich selbst. Anders gesagt: Liebe deinen Nächsten, er ist wie du. Eine stets neue Herausforderung gerade auch inmitten der konkreten Kirche mit all dem Menschlichen, das es in ihr gibt.

20. August Gedenktag des hl. Bernhard von Clairveaux


Heute gedenkt die Kirche des heiligen Bernhard von Clairvaux. Mit 23 Jahren trat der junge Adelige zusammen mit mehreren anderen jungen Leuten in das neu gegründete Reformkloster Cîteaux ein. Drei Jahre später wird er der erste Abt von Clairvaux. Gestorben 1153 wurde er schon wenige Jahre später heilig gesprochen.

Die Wirkungsgeschichte der Zisterzienserklöster gerade in Deutschland ist vielfältig: Sie förderten neben der Verbreitung des gotischen Baustils und dem Aufbau wichtiger Klosterbibliotheken auch landwirtschaftliche Musterbetriebe, machten sich verdient um Obst‑ und Weinbau, die Pferde‑ und die Fischzucht sowie den Wollhandel.

Berufen wie Bernhard

Wir Christen sind dazu berufen, Zeugnis abzulegen von unserem Glauben, genau an dem Platz, an dem wir im Leben stehen: in der Familie, am Arbeitsplatz, in den Vereinen und in der Gesellschaft, als Laie oder Kleriker. Der heilige Bernhard hat dies getan als Mönch, Abt, Ordensgründer, Ratgeber, Verfasser von zahlreichen Schriften und Gründer von mehr als 70 Klöstern. Wir sind zwar nicht Bernhard, seine Zeit ist nicht unsere Zeit, seine Lebensweise zumeist nicht die unsere. Aber wir sind von der gleichen Hoffnung beseelt, vom gleichen Geist. Mit unseren Talenten, mit dem, was uns von Gott geschenkt ist, können auch wir Zeugnis von der Auferstehung und von der Hoffnung, die uns trägt und hält, geben. Die Fürsprache des heiligen Bernhard helfe uns dabei!